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Etappe 22: Von Langst-Kierst nach Rheinberg-Budber

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Etappe 22: Von Langst-Kierst nach Rheinberg-Budber
Budberg, Germany

Budberg, Germany


Eine kichernde Mädchengruppe feiert mit einem jungen Mann. Er ist der Hahn im Korb und nutzt die Gunst der Stunde. Vorsichtshalber stecken wir uns die gelben Schalltöter ins Ohr und schlafen gut. Morgens um 8.00 Uhr wachen wir auf und stecken direkt die Schlafsäcke in die Hüllen. Es ist heiss. Das Außenzelt ist innen ganz nass. Wir trocknen es in der Sonne und duschen in der Zwischenzeit.
Wir geben den Schlüssel ab, bezahlen, nehmen das geladene Handy an der Rezeption entgegen und fahren los.
Heute zieht uns ein Gummiband zurück. Zumindest meint man es. Wir quälen uns von der ersten Minute an und es wird auch nicht besser. Normalerweise fühlen wir uns mittags besser, aber nicht heute.
In einem Vorort von Krefeld trinken wir einen Kaffee an einem Kiosk. Ohne wahrnehmbare Wirkung. In einer Bäckerei frühstücken wir und nehmen noch etwas mit für unterwegs. Wir radeln durch Vororte von Krefeld und merken, dass das Ruhrgebiet nicht weit entfernt ist. Wir verlassen die Stadt und fahren ins Grüne. In der Ferne sind qualmende Schornsteine und Kohlekraftwerke zu sehen. Sie stehen jenseits des Rheins. Dort ist das Ruhrgebiet, wir streifen es nur. Ein Traktor wendet gerade Heu im Auenland. Wir streifen Moers, fahren durch Alt-Homberg bis Orsoy. In Rheinberg wollen wir Kaffee trinken. Der Weg zieht sich sehr in die Länge. Es ist tierisch heiß und wir wollen am liebsten ins Schwimmbad, stattdessen pedalieren wir monoton und schweißtreibend vor uns hin. Kein Schwimmbad weit und breit. In Rheinberg steuern wor direkt auf ein Eiscafé zu. Dort legen wir eine Pause ein und beschließen den Tag gut sein zu lassen. Es ist Sonntag, der nächste Camping ca. 25 km entfernt. Wir beschließen hier zu bleiben und heute mal ein Hotel zu nehmen. Es benötigte 3 Anrufe bis wir endlich ein Zimmer bekommen. In Budberg, 3km südlich von Rheinberg, quartieren wir uns im Landhaus Steinhoff ein.


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Etappe 21: Von Merkenich nach Langst-Kierst

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Etappe 21: Von Merkenich nach Langst-Kierst
Langst-Kierst, Germany

Langst-Kierst, Germany


Heute sind wir schon früh auf. 7.15 Uhr waren wir bereits schön ausgeschlafen. Es war verhältnismäßig ruhig und der Boden war weich. Es tut gut, wenn man mal eine Nacht richtig schlafen kann. Für etwas Verwirrung hat noch der Mietschlüssel für die Dusche gesorgt, der auf einmal spurlos verschwunden war. Doch nachdem wir das Zelt leergeräumt haben, taucht er plötzlich wieder auf. Heute haben wir das Zelt und die Unterlage in der frühen Morgensonne getrocknet. Alles sauber und alles trocken. Juhuu!
Um kurz nach 9 Uhr sitzen wir schon auf unseren Drahteseln auf der Suche nach einem Bäcker. In Worringen werden wir dann fündig. Das Frühstück ist ein Schauspiel. Die Bäuche der Männer, die von ihren Frauen zum Brötchen holen geschickt werden, werden immer wuchtiger und dicker. Das Land von Mettwurst, Currywurst, Pommes rot-weiß und Trinkhallen hinterlassen hier ihre sichtbaren Spuren.
Nach ungefähr 10 km kommen wir zur Feste Zons. Sie ist das vielleicht schönste Beispiel einer kleinen Festungsstadt am Niederrhein mit einer in vollem Umfang erhaltenen Stadtmauer. In den Niederungen um Zons heben sich Kopfweiden mit ihren lieblich runden Baumkronen als charakteristischer Bestandteil der Niederrheinlandschaft hervor.
Weiter geht’s an der linken Rheinseite durch Stützelberg und Uedesheim. Wir wollen noch nach Düsseldorf, was an der anderen Rheinseite liegt. Wir nehmen die Brücke, die mit gigantischen Drahtseilen abgespannt ist und wechseln hinüber auf die rechte Rheinseite.
Der Radweg nach Düsseldorf hinein ist wunderschön gelegen, teilweise von kühlende Baumalleen eingesäumt.
Wir überqueren nochmal eine Fußgänger-/Radfahrerbrücke in deren Aufgang eine Aussichtsplattform einen herrlichen Blick auf den Rhein und die Promenade ermöglicht. In Düsseldorf laufen wir kreuz und quer durch die Altstadt. Diese Stadt lebt. Unzählige Menschen sind auf der Straße und genießen das tolle Wetter.
Wir schauen uns die Königsallee an aber finden keine brauchbaren Dinge für unsere Reise. Hier sitzt das Geld. Snobismus pur. Mit unserem Radoutfit fühlen wir uns hier nicht so richtig wohl.
Wir genehmigen uns einen Kaffee in einer Bäckerei. Eine Metzgerei ist im selben Raum gegenüber. Der freundliche Bäckereiverkäufer besingt Sabine. Gemeint war die Metzgereifachverkauferin auf der anderen Seite. Sabine fühlt sich aber auch angesprochen und fragt die Metzgereifachverkauferin, ob sie auch Sabine heisst. Dem Dialekt nach zu urteilen, kommt sie aus unserer Gegend. Die beiden Sabines quasseln durch mich hindurch. Es stellt sich heraus, dass Sabine 2 aus Philipsburg kommt. Die Brücke war geschlagen. Sabine 2 schließt den Laden und drückt uns zum Abschied noch eine Tüte mit unverkauften Frikadellen in die Hand und wünscht uns gute Weiterfahrt. Wir müssen schon ziemlich verhungert aussehen 🙂 In Düsseldorf sind die Leute sehr neugierig und aufgeschlossen. Wir werden so oft wie nie gefragt, wo wir herkommen und wo wir hinfahren. Zig mal wird uns zugerufen ‚Gute Fahrt und ohne Plattfuß‘ …. schön!
Wir fahren weiter am Rhein entlang. Große Wiesen mit viel sonnenhungrigen Menschen entlang des Weges. Wir radeln über die Theodor-Heuss-Brücke auf die linke Rheinseite und fahren weiter bis Langst-Kierst auf den Campingplatz ‚Rheincamping Meerbusch‘.
Das Zelt steht binnen we***** Minuten. Das angeschlossene Lokal gleicht einer spanischen Strandbar. Dort sitzen wir nun und schreiben beide unsere Tagebücher. Am Nebentisch eine ältere, sonnengegerbte Dame mit ebenso alten Dackeldamen. Sie steht auf und gibt den Dackeln laute Rufzeichen. Als die Dackel an unserem Tisch langsam vorbei wackeln wird sehr schnell klar warum. Drei schwarze Punkte auf gelben Grund zieren den Blindenhind.


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Etappe 20: Von Remagen nach Merkenich

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Etappe 20: Von Remagen nach Merkenich
Merkenich, Germany

Merkenich, Germany


Als ich aufwache, ist das Zelt bereits leer. Sabine hat sich heimlich von dannen geschlichen. In der Zwischenzeit stopfe ich schon mal die Schlafsäcke in die Hüllen und rolle die Isomatten zusammen. Sabine hasst diese unliebsame Arbeit und wird sich freuen wenn es schon erledigt ist, wenn sie zurück kommt.
Nach dem Duschen räumen wir gemeinsam alles ein und ziehen erst mal ohne Frühstück los. Unweit vom Campingplatz finden wir ein kleines Einkaufszentrum, wo wir beim Bäcker frühstücken. Wir nehmen noch etwas Proviant für unterwegs mit und folgen dem großen Wasserlauf in Richtung Norden.
Es ist noch bewölkt und herrlich zum radeln. Wir erreichen Bad Godesberg mit seinen schönen Villen am Rheinufer gelegen. In Bonn fahren wir noch durch das ehemalige Regierungsviertel. Wir sind ganz erstaunt wie einfach und unscheinbar das ehemalige Bundestags- und Bundesratsgebäude gebaut sind. In der Villa Hammerschmidt schielen wir durch den Zaun und sehen, dass dort wohl eine Party gefeiert wird. Illustre Gäste flanieren umher. Die Villa Hammerschmidt war ehemals Amts- und Wohngebäude des Bundespräsidenten. Eine große Adenauerplastik steht unmittelbar daneben. Es ist nur der Kopf Adenauer’s, aber ca. 2 Meter hoch.
In Hersel machen wir unsere 1. Rast an einer Fähre auf einer superbequemen Bank für zwei. Man liegt mehr darin, als man sitzt und kann sich über eine drehbare Achse zur Sonne hindrehen.
Bald ist auch schon Köln erreicht. In der Ferne sieht man schon den Kölner Dom, das Wahrzeichen der Stadt. Schöne Wohnanlagen zieren die Uferpromenade. In der Kölner Altstadt ist es dann wieder Kaffee und Kuchenzeit. Von einem freundlichen Kellner werden wir ins Lokal Salvia gebeten. Dort trinken wir den bis jetzt besten Milchkaffee.
Man ahnt nichts Böses in einer Stadt fernab der Heimat und plötzlich tauchen Heidi und Dieter, Bekannte aus Mannheim-Rheinau-Süd auf. Sie setzen sich noch kurz zu uns und erzählen, dass sie gerade vom Urlaub aus Holland kommen und hier einen kurzen Zwischenstopp machen.
Wir verabschieden uns, bezahlen und fahren weiter an großen Weideflächen vorbei. Eine riesige Schafherde weidet darauf. Der Schäfer mit seinen 3 Schäferhunden halten die Herde in Schach. Wir beobachten das Treiben eine ganze Weile.
Nun geht es durch’s Hafen- und Industriegebiet und auch an dem riesigen Gelände der Ford-Werke vorbei. Kurz nach Merkerich erreichen wir unseren heutigen Zeltplatz. Er liegt sehr idyllisch direkt am Rhein.
Auf einer großen Wiese schlagen wir unser Zelt auf. Heute ist Waschtag. Wir waschen noch unsere Klamotten und lassen sie in der Abendsonne trocknen. Im Lokal ‚Zum Gretchen‘ gibt es heute Schnitzel mit Pommes und Salat. Etwas kurios serviert, denn Majo und Ketchup wurden bereits auf dem Teller des Beilagensalates serviert. Zum Nachtisch teilen wir uns noch ein leckeres Magnum Eis. Hmmmm. Ein Traum 🙂


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Etappe 19: von Biebernheim nach Remagen

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Etappe 19: von Biebernheim nach Remagen
Remagen, Germany

Remagen, Germany


Briiiiiiiiiiing. 7.45 Uhr. Unsere Isomatten sind beide nicht mehr dicht. Vielleicht könnte man besser schlafen, wenn sie nicht leck wären. Die Züge im Rheintal fahren auch nachts in kurzen Abständen. Entsprechend faltig sehen unsere Gesichter am Morgen aus. Nach dem Frühstück sehen wir aber schon wieder besser aus. Nach dem Duschen wie frisch geboren. Langsam habe wir uns wieder eingespielt. Die Handgriffe sitzen immer besser und man muss nicht mehr viel Worte verlieren um alles einzuräumen. Das ist gut, denn wenn der Hahn kräht wollen wir Beide am liebsten unsere Ruhe haben. Heute ist es teils sonnig und bewölkt bei angenehmen Temperaturen. Heute wollen wir mal ein bisschen Strecken machen. Nicht übertreiben aber auch nicht den Tag vertrödeln. Die Sattelschmerzen werden immer besser, die Kondition auch. Die Muskeln spielen auch mit. Mein Auafuß wird auch täglich besser, warum also nicht. Unser Zielcamping liegt heute in Remagen. Zunächst geht der Radweg eine ganze Weile an der Bundesstraße entlang. Wir kommen durch Bad Salzig und Boppard. Dort füllen wir unsere Wasservorräte auf. Bevor wir Koblenz erreichen kommt man durch schöne Vororte, wo wir eine kleine Rast machen. Am deutschen Eck fließt die Mosel in den Rhein. Ein gewaltigiges 15 m hohes Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I schmückt das deutsche Eck. Es wurde im 2. Weltkrieg zerstört und 1993 aus privater Initiative und gegen Proteste wieder aufgestellt. Ein Foto für’s Familienalbun und weiter gehts. Die Sonnencreme ist alle und wir irren durch Koblenz bis wir endlich einen DM-Markt finden. Über die Balduinenbrücke überqueren wir die Mosel. Der Radweg führt jetzt durch das Industriegebiet Wallersheim nach Weißenthurm bis Andernach. Mit Milchkaffee und Kuchen füllen wir ein paar fehlende Kohlenhydrate auf. Wir fahren die schöne Promenade von Bad Breisach durch und erreichen irgendwann den Campingplatz ‚Goldene Meile‘ in Remagen. Wir bauen hurtig das Zelt auf und gehen ins Restaurant mit gleichem Namen. Heute sind wir 88 km weit gekommen.


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Etappe 18: Von Trechtingshausen nach Biebernheim

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Etappe 18: Von Trechtingshausen nach Biebernheim
Biebernheim, Germany

Biebernheim, Germany


Das ‚Ried Echo‘ zeigt die ganze Woche über nur Sonneschein. Umso überraschter sind wir, als es mitten in der Nacht auf einmal anfängt zu unwettern. Blitze und der Donner unweit entfernt. Zu allem Übel wurde uns auch noch ein Platz unter großen Bäumen zugewiesen. Wir schnappen unsere Schlafsäcke und flüchten aus dem Zelt. Wir wollen lieber nicht wie Grillkohle aussehen. Eine Überdachung einer Terrasse bietet uns Schutz. Wir warten eine Weile, aber das Unwetter hält an. Wir legen den Boden mit Sitzkissen aus und schlafen auf dem Betonboden weiter. Als das Unwetter aufhört, wache ich auf. Der Boden ist kalt und knochenhart. Ich wecke Sabine und wir gehen wieder ins Zelt zurück. Am Morgen dann immer noch Regen, er lässt nicht nach, sondern wird stärker und stärker. Unser Plan für heute: Warten bis es aufhört und dann schnell weg hier. Unser Plan wird durchkreuzt, denn es hört nicht auf. Normalerweise lassen wir uns davon nicht beeindrucken, aber irgendwie ist diesmal alles anders. Wir gönnen unserem Allerwertesten einfach einen Tag Ruhe und stellen uns schon auf einen unplanmäßigen Ruhetag ein.
Um 14 Uhr hört es dann plötzlich und unerwartet auf zu regnen. Wir warten noch etwas ab und beobachten den Himmel.
Schnell bauen wir alles im nassen Zustand ab und verstauen unsere Sachen in unsere Satteltaschen und in den Anhänger. Um 15.15 Uhr sitzen wir auf unseren Rädern und fahren noch ein paar Kilometer. Nicht viel, aber einfach, um der Langeweile vorzubeugen.
In der schönen Altstadt Bacharach gibt es den obligatorischen Kaffee mit Kuchen. Wenige Kilometer weiter ist auch schon unser nächstes Etappenziel erreicht. Wir wollen unbedingt auf den Campingplatz mit Blick auf die sagenumwobene Loreley.
Im Lokal schräg gegenüber essen wir zu Abend.
Heute sind wir wirklich nur einen Steinwurf weit gekommen. Egal.


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Etappe 17: Von Ginsheim nach Trechtingshausen

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Etappe 17: Von Ginsheim nach Trechtingshausen
Trechtingshausen, Germany

Trechtingshausen, Germany


Aufgestanden um 7.45 Uhr. Frühstück war reichlich und ganz wichtig, ein wirklich guter Kaffee!  Heute ist unser dritter Reisetag. Erfahrungsgemäß ist der dritte Tag der schwierigste Tag. Und wenn man das weiß und es sich immer wieder einredet, ist es auch so. Es ist sonnig und sehr heiß. Es gibt kaum Schatten. Wir finden heute nicht so richtig unseren Tritt. Auch tut unser Hintern viel Aua, da wir quasi keine Vorbereitung hatten. Wir tangieren Mainz, das an der linken, pfälzischen Uferseite liegt. Wir fahren aber rechtsrheinisch durch das hessische Wiesbaden. Der Rhein trennt hier die beiden Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen. Die Sprache der Leute erinnert aber immer an Badesalz. Zum Quietschen. Die Vororte von Wiesbaden sehen nobel aus. Auch der ein odere andere Jaguar und Ferrari sind dort zu bestaunen. In Eltville besichtigen wir die Burg mit dem wohlriechenden Rosengarten. In Rüdesheim machen wir Halt, um in der belebten Fußgängerzone einen Kaffee mit leckeren Kuchen nach Oma’s Rezept zu genießen. Herrlich! Menschen aus aller Welt laufen hier umher. Ein Schauspiel. Wir haben nicht so den richtigen Drive für’s Radeln aber wir haben Urlaub und so spicken wir unsere Radl-Lustlosigkeit mit Sightseeing- Einlagen. Anschließend fahren wir mit der Seilbahn zum Niederwald Denkmal. Die riesige 12,5 Meter hohe Bronzefigur Germania mit einem Gewicht von 38 Tonnen krönt das Denkmal. Von oben hat man einen wunderbaren Blick auf die Rheinschleifen und den über 2000 Jahre alten Weinbau im Rheingau. Mit der Fähre setzen wir von Rüdesheim nach Bingen über. Der Radweg geht nun linksrheinisch weiter entlang des ehemaligen Geländes der Landesgartenschau Bingen 2008. Man hat einen Blick auf den Mäuseturm auf der anderen Rheinseite. Auf der linken Seite die prächtige Burg Rheinstein und Burg Reichenstein. Direkt unterhalb der Burg Reichenstein steuern wir den Campingplatz Marienort in Trechtingshausen an. Dort essen wir auch zu Abend mit herrlichem Blick auf den Rhein. Etappenlänge: Lächerliche 56 km aber mit viel Genuss 🙂


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Etappe 16: Von Worms nach Ginsheim

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Etappe 16: Von Worms nach Ginsheim
Ginsheim-Gustavsburg, Germany

Ginsheim-Gustavsburg, Germany


Wir haben geschlafen wie die Murmeltiere. Kein Wunder, denn die Nacht zuvor war sehr kurz und die 56 km vom Vortag in der Sonne haben die Müdigkeit nicht gerade verringert.
Im Frühstückraum sitzt bereits eine Horde rüstiger Rentner aus Kassel, die auch mit den Fahrrädern unterwegs sind und sich lautstark unterhalten. Der Kellner hat alle Hände voll zu tun, um die Meute satt zu kriegen, denn die hungrigen Mäuler ordern immerzu nach. Kaffee, Brötchen, Ruhreier, Spiegeleier, immerzu fehlte wieder irgendwas, so sehr der Kellner sich auch sputet.
Das Frühstück war reichlich und gut. Zähne putzen, Satteltaschen packen, Wasserflaschen auffüllen und los geht’s zur nächsten Etappe in Richtung Mainz. Zunächst am Nibelungentor vorbei auf die andere Uferseite. Wie gestern fahren wir rechtsrheinisch. Nach Rosengarten kommt erst mal viel Gegend. Schöne Gegend wohlgemerkt. Die Idylle wurde unterbrochen durch das monströse und fast schon ein wenig bedrohlich anmutende Bauwerk mit 4 Kühltürmen. Das Atomkraftwerk von Biblis ist fast in greifbarer Nähe und liegt inmitten von riesigen Weizenfeldern.
5 Meter lange Betonplatten säumen jetzt den Damm auf der rechten Seite. Es ist unser Radweg über ca. 16km. Die Geräusche beim Überfahren der Kanten sind monoton und meditativ. Es erinnert wieder an Rusty, die alte Lokomotive aus Starlight Express. Durch den Einradanhänger sind es bei mir immer drei Klopfgeräusche pro Betonplatte. 1-2-3, 1-2-3, 1-2-3 … immer wieder und immerzu. Der Rhythmus gleicht einem Walzer. Unweigerlich kommt mir der Donauwalzer von Johann Strauss in den Sinn und ich trällere lautstark zum Rhythmus mit. Das Leben ist schön.
Groß-Rohrheim, Gernsheim lassen wir rechts liegen. In Biebesheim machen wir eine kleine Rast auf einer Bank unter großen Bäumen. Sie spenden einen wunderbaren Schatten. In Klein-Rohrheim lädt uns ein Erdbeerstand zu einer weiteren kleinen Rast ein. In Stockstadt kehren wir im Nettomarkt ein. Dort gibt es Kaffee, Käsekuchen und eine Apfeltasche. Im Zwischengang steht ein älterer Herr, der jedem Passanten eine Zeitung schenkt in der Hoffnung ein Abo für’s ‚Ried Echo‘ zu verkaufen.
Wir nehmen am Bistrotisch Platz und kommen mit Herrn Schweitzer ins Gespräch. Er sagt, er wurde ‚entsorgt‘ und mache nun diesen Job seit 2008. ‚Besser als Harz IV‘ meinte er und 4 Monate habe er noch bis zu seiner Rente. Er fragt uns, wo wir herkommen und hinfahren und warnt uns noch vor dem Ried. Dort wäre eine enorme Mückenplage. Wir verabschieden uns mit einem Foto für’s Reisetagebuch von ihm, füllen noch unsere Wasservorräte auf und ziehen weiter. Zwischen all diesen Pausen fahren wir auch mal Rad 🙂
Im Ried trifft genau das ein, wovor uns der Zeitungsverkäufer warnte. Eine kurze Pinkelpause war lange genug, um von einem Moskitoschwarm überfallen zu werden. Wo man hin schlug, rote Flecken. Diese Mistviecher sind schneller als der Blitz. Wir springen, wild umherschlagend, auf unsere Räder und versuchen so den stechenden Biestern zu entkommen.
Erst nachdem der Tacho 25km/h anzeigt, lassen die Vielfraße los. Phhuu…
Das Hochwasser ist die Urache für diese Plage. Wir wollen gar nicht daran denken, wie es wohl auf dem Campingplatz wäre. Wir entscheiden uns daher nochmal für die Weicheivariante mit dem Namen Hotel Ratskeller. Herrliche Dusche, fantastisches Essen und mückenfrei.


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Etappe 15:Von Mannheim nach Worms

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Etappe 15:Von Mannheim nach Worms
Worms, Germany

Worms, Germany


Gestern Abend habe ich im letzten Augenblick noch daran gedacht, dass die GPS Routen vom Rheinradweg noch nicht auf meinem Garmin waren. Da der Rheinradweg nicht gut ausgeschildert ist, ist es viel bequemer die Route auf dem Gerät zu haben und danach zu fahren. Ansonsten steigt man oft ab und sucht auf der Landkarte den richtigen Weg. Inzwischen habe ich einen neuen Rechner bekommen und alle Programme, die mit GPS zu tun haben, mussten erst mal wieder installiert und durch alle Updates geführt werden. Bis ich schlussendlich alle Routen auf dem Garmin hatte, war es 3 Uhr 30. Entsprechend kurz war die Nacht.
Schlaftaumelnd setze ich mich an den Frühstückstisch, während Sabine munter und sehr frisch wirkt.
Kaffee! Eine Tasse reicht nicht. Zwei auch noch nicht. Ok, aber drei sind genug!
Irgendwie will es heute nicht so gut anlaufen. Verwirrt krame ich in den Taschen herum und suche immer irgendetwas. Das muss sich noch einspielen. Am Ende des Urlaubs hat man dann wieder sein System und weiß genau in welcher Satteltasche was steckt.
Sonnenschutz auftragen, Ketten nochmal schmieren, so viel Luft wie möglich auf die Reifen um die Rollreibung auf der Straße zu minimieren, ein Startfoto und endlich geht’s los. Der frische Wind tut gut, er lässt den Schlafmangel der letzten Nacht schnell vergessen.
Habt ihr den Freudenschrei in Rheinau Süd gehört? Das war ich!
Wir fahren die Relaistraße durch und weiter Richtung MA-Stadtmitte und biegen in Neckarau ab an den Rhein. Schön durch den Mannheimer Waldpark. Dort machen wir schon die erste Rast. Man merkt, dass wir in diesem Jahr nur wenige km gefahren sind. Meine 6 wöchige Zwangspause hat sein übriges dazu beigetragen. Viele Kilos und keine Kondition. Sattelschmerzen und wir sind noch nicht mal richtig losgefahren. Sowas kenne ich sonst nicht.
Weiter geht’s durch die Breite Straße und über die ‚Mannemer Brick‘ in die Neckarstadt. Eine Weile fahren wir jetzt am Neckar entlang, der dann am Ende der Stadt in den Rhein mündet. Bald kommen wir an einen Seitenarm des Rheins, wo normalerweise eine Fähre auf die andere Seite übersetzt, nur ist vom Ferryman weit und breit nichts zu sehen. Die Fähre macht einen ausrangierten Eindruck. Auf der anderen Seite warten auch Radfahrer, aber vergeblich.
Unsere Karte zeigt uns eine Brücke ein paar Kilometer weiter Richtung Sandhofen.
Also umdrehen und zurück wo wir hergekommen sind.
Später entdecken wir Umleitungsschilder für Radfahrer. Auf dem Kirchplatzfest in Sandhofen genehmigen wir uns unseren obligatorischen Kuchen mit einer Tasse Kaffee.
Heute kommen wir nicht weit. Der Sattel bohrt sich schon schmerzhaft in den Hintern. 50km müssen reichen für den ersten Tag mit vollem Gepäck und ohne Training, schließlich wollen wir noch mit Freude an der Nordsee ankommen
In Worms beschließen wir, die Etappe zu beenden. Dort soll es einen Campingplatz geben, doch bevor wir ihn suchen, essen wir noch zu Abend.
Wir fragen uns zum Campingplatz durch und müssen feststellen, dass es diesen nicht mehr gibt. Zumindest ist er geschlossen. Der nächste Campingplatz ist für uns heute nicht mehr in erreichbarer Nähe, also nehmen wir ein kleines Hotel in Worms.


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Rheinradweg Teil 2: Von Mannheim bis zur Mündung

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Rheinradweg Teil 2: Von Mannheim bis zur Mündung
Mannheim, Germany

Mannheim, Germany


Unser Vorhaben für 2013:Nachdem wir in 2012 mit unseren Fahrrädern vom Rhein-Ursprung in Andermatt (CH) bis nach Mannheim geradelt sind, wollen wir 2013 unsere Reise fortsetzen und von Mannheim bis zur Rhein-Mündung „Hoek van Holland“ fahren. Die Fahrräder sind fertig gepackt und wir wollen nach Möglichkeit wieder zelten.Feuert uns an, wenn wir mal schlapp machen. Bremst uns, wenn wir zu schnell sind. Föhnt uns die Haare und massiert uns die Waden, wenn wir mal nicht mir so können. Gerne nehmen wir auch Tipps für unterwegs an. Kommentare aller Art sind jederzeit willkommen. Es gibt auch die Möglichkeit mit einem Klick auf „Gefällt mir“ den Reisebericht auf Eurer Pinnwand zu teilen.
Liebe Grüße
René &amp; Sabine


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2013 Groove Incorporation @ Beim Schupi Karlsruhe




Sandie Wollasch (leadvocals & kazoo)
Claus Bubik (bass & vocals)
Jochen Seiterle (guitars)
Markus Schramhauser (keyboards & vocals)
Marcel Millot (drums)

Special guest: Andy Laycock (Flying Pickets)

Fotos: van der Voorden Photography

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