Tag 13 – Vogesen – Schwetzingen (Gravelbike kaufen)- Mannheim – Vogesen
Wenn du dich schon immer gefragt hast, wie weit ein verzweifelter Radler für das perfekte Gravelbike fährt: Willkommen in den Vogesen! An Tag 13 unserer Reise ging es nämlich für einen extrem spontanen Rettungseinsatz aus den Vogesen zurück nach Deutschland – schließlich wartete dort die Erfüllung meiner kühnsten Fahrrad-Träume.
Das große Wippen und die unendliche Suche
Mehrere Tage habe ich mich nun schon maßlos über das ständige Wippen meines alten Bio-MTBs geärgert, weshalb schließlich eine radikale Lösung her musste. Folglich habe ich gefühlte drei Tage und Nächte durchgehend damit verbracht, das perfekte Gravelbike für mich im Internet zu jagen. Allerdings stellte sich das als absolute Herkulesaufgabe heraus! Denn die Dinger gehen derzeit weg wie geschnitten Brot und besonders in meiner Piccolo-Größe findet man auf dem deutschen Markt fast gar nichts, sofern man nicht wochen- oder monatelang Däumchen drehen will. Obwohl ich das gesamte World Wide Web komplett auf den Kopf stellte, war schlichtweg nichts Passendes ab Laden oder Lager direkt verfügbar.
Ein Lichtblick im beschaulichen Schwetzingen
Doch wie es der Zufall so will, werde ich nach endloser Klickerei schließlich doch noch fündig. Ein vergleichsweise kleiner Laden im beschaulichen Schwetzingen hat das begehrte Schmuckstück tatsächlich in Größe S im Verkaufsraum stehen! Daraufhin greife ich natürlich sofort zum Hörer und habe Glück: Eine überaus freundliche Dame am anderen Ende der Leitung holt das Rad sogleich herbei, stellt es für eine Probefahrt bereit und blockiert blitzschnell den Online-Verkauf. Also packen wir kurzerhand unsere sieben Sachen und düsen mit voller Kraft voraus Richtung Heimat. Um Punkt 14 Uhr steht der Termin und erstaunlicherweise klappt das zeitlich sogar wie am Schnürchen.
Probefahrt mit Verhandlungsgeschick
Während Sabine zuhause noch ein paar wichtige Dinge erledigt, fahre ich schnurstracks zum Fahrradladen FENDER nach Schwetzingen. Und siehe da: Das hübsche Sportgerät steht bereits stolz und präsent mitten im Raum. Selbstverständlich mache ich direkt eine ausgiebige, 30-minütige Probefahrt und fühle mich auf Anhieb pudelwohl auf dem neuen Drahtesel. Überdies werden wir uns nach einer kurzen, aber knackigen Verhandlung rasch finanziell einig, da ich für das Rad schließlich noch zwei federleichte Carbon-Flaschenhalter ergattern kann. Zudem wandern noch ein passender Reserveschlauch, eine Druckluft-Patrone, eine praktische Handyhalterung sowie etwas Kettenöl in meinen Einkaufskorb.
Zurück zu den Kurven der Vogesen
Anschließend packe ich das blitzblanke Bike auf den Camper, düse nach Mannheim rüber, um Sabine einzusammeln, und schon geht die wilde Reise wieder zurück. Schließlich wollen wir unser neues Abenteuer in den Vogesen ohne große Verzögerung fortsetzen! Unterwegs erledigen wir kurz vor Ladenschluss noch rasch den Großeinkauf für die nächsten Tage und versorgen unser Wohnmobil am Stellplatz. Gegen Abend sind wir schlussendlich wieder an Ort und Stelle in Munster angekommen, um das Gravelbike in den kommenden zwei Tagen auf Herz und Nieren zu testen. Dementsprechend bin ich schon riesig gespannt auf die morgige Etappenfahrt hinauf zum berühmt-berüchtigten Col Petit Ballon, an diesem bereit Jan Ullrich seine Beine zum kochen gebracht hat.
Tag 14 – Die erste Testfahrt mit dem neuen Gravel-Bike
Was für ein Auftakt in den wunderschönen Vogesen! Gleich zu Beginn der ersten Testfahrt wird klar: Auch auf den Traumstraßen der Vogesen muss man die steilen Berge immer noch selbst hinaufstrampeln – ganz ohne schweißtreibende Anstrengung geht es also leider weiterhin nicht. Dennoch fühlt sich nach dem Bikewechsel plötzlich alles komplett neu, sportlich und überraschend anders an.
Brennende Oberschenkel und glückliche Körperteile
Zwar brennen die Oberschenkel beim Anstieg nach wie vor wie Feuer, aber dafür schlafen die Hände erstaunlicherweise nicht mehr ein! Sogar der Hintern freut sich über den neuen Sattel, welcher zwar knackig hart, aber dennoch keineswegs unbequem ist. Überdies fühlt sich auch der Rücken blendend an. Das elendige, kraftraubende Wippen der alten Kiste hat endlich ein Ende, weshalb ich nun problemlos in den Wiegetritt wechseln kann, ohne dass gleich eine 130-mm-Federgabel eintaucht und wertvolle Energie sinnlos verpulvert.
Kletterkünstler mit Luft nach oben
Der kleinste Berggang könnte zwar ehrlich gesagt noch eine winzige Spur kleiner sein, jedoch wird das mit steigender Fitness im Laufe unserer Tour durch die Vogesen vielleicht ohnehin überflüssig. Falls nicht, tausche ich die Kurbel später einfach gegen ein Modell mit weniger Zähnen aus. Vorerst komme ich damit allerdings bestens klar und klettere folglich spürbar schneller als sonst den berühmt-berüchtigten Col Petit Ballon hinauf.
Das neue Fahrgefühl auf dem starren Bock
Abwärts ist das Ganze auf so einem starren Bock und holpriger Straße natürlich eine völlig andere Hausnummer, aber auch das ist vermutlich reine Gewöhnungssache. Immerhin hat der Lenker eine kleine Dämpfung eingebaut, damit man nicht direkt jedes winzige Steinchen im Gebiss spürt. Auf gerader Strecke rollt das neue Gravelbike schlussendlich fantastisch leicht und verdammt schnell dahin – die Suche hat sich also definitiv gelohnt!
Tag 15 – Bergetappe zum Col Grand Ballon und süße Belohnungen
Mit dem Camper sind wir genau diese Strecke bereits vor ein paar Tagen entspannt durch die Vogesen gefahren. Nun wird es allerdings höchste Zeit, die traumhaften Passstraßen der Vogesen endlich aus eigener Muskelkraft mit dem neuen Bike zu erkunden!
Von sanftem Einrollen zu zweistelligen Prozenten
Zunächst geht es mit einer sehr moderaten Steigung wunderbar entspannt los, jedoch steigert sich das Höhenprofil nach und nach ganz schön ordentlich. Bis zum Le Breitfirst auf 1.280 Metern Höhe warten schließlich teils knackige, zweistellige Steigungsprozente auf die Oberschenkel! Ab hier wird das Gelände erfreulicherweise etwas zahmer und verläuft hügelig auf und ab. Lediglich auf dem allerletzten Kilometer gilt es noch einmal rund 100 Höhenmeter zu überwinden, bevor schließlich der Gipfel des Col Grand Ballon erreicht ist.
Fotostopps, Selfies und inspirierende Begegnungen
Weil die Landschaft hier oben schlichtweg atemberaubend ist, muss ich unterwegs zwangsläufig immer wieder einen kurzen Fotostopp einlegen.






















Am Pass angekommen, darf ein Sieger-Selfie natürlich keinesfalls fehlen! Glücklicherweise sprechen mich zwei fitte 70-jährige Rennradfahrer – von denen einer erst vor drei Monaten eine Hüft-OP hatte – nett an und bieten an, ein Foto von mir zu knipsen. Im Gegenzug mache ich selbstverständlich ein tolles Bild von den beiden. Nach einer außerordentlich angenehmen Plauderei düsen die zwei auf der anderen Bergseite hinab, während ich umkehre. Die anschließende, rasante Abfahrt ist folglich der verdiente Lohn für den langen Aufstieg.
Pflaumen-Paradies am Stellplatz
Zurück an unserem Stellplatz erwartet uns bereits die nächste Überraschung, denn dort wächst ein prächtiger Pflaumenbaum. Während auf dem Boden unzählige Wespen gierig über das Fallobst herfallen, bedienen wir uns hingegen glücklich an den saftigen Früchten direkt vom Baum und bunkern direkt einen Vorrat für die nächsten Tage. Ehrlich gesagt habe ich noch nie im Leben so köstliche Pflaumen aus irgendeinem Supermarkt gegessen!
80er-Vibes und knuspriger Flammkuchen
Da an jedem Donnerstagabend im Pavillon des Stadtparks ein fröhliches Zusammensein stattfindet, schauen wir natürlich vorbei. Während letzte Woche noch verschiedene Künstler fantastische Livemusik spielten, ist heute eine ausgelassene 80er-Party mit DJ angesagt.
Überdies gönnen wir uns gemeinsam einen traditionellen Flammkuchen. Dabei wird uns schlagartig klar, warum der Flammkuchen eigentlich Flammkuchen heißt: Er lodert nämlich direkt vor unseren Augen in einem richtig heiß mit Holz befeuerten Ofen!

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