Tag 16: Von Vogesengipfeln, Zürich-Besuch, Lindt-Schoko und einer haarsträubenden Bergpartie 🚐☕🍫
Abschied von den Vogesengipfeln – heute hieß es Koffer packen, denn wir hatten Großes vor: Weiterfahrt nach Zürich zum Treffen mit Ute!
Ute kenne ich noch aus meiner Jugend aus dem Musikverein Rauenberg (sie an der Querflöte, ich an der Klarinette – lang ist’s her!). Sabine kennt sie aus der Schule in Heidelberg. Und plot twist: Ute ist quasi unsere offizielle Kupplerin und heimliche Trauzeugin, denn ihr verdanken wir es, dass Sabine und ich uns kennengelernt und geheiratet haben. (Dass sie bei der Hochzeit selbst gerade in Schottland unterwegs war, vergessen wir ihr natürlich nie! 😉) Lustigerweise ist Ute´s Mann Bernie auch noch der Bruder von meinem Schulkameraden aus der Schule in Wiesloch. Die Welt ist eben ein Dorf!
In Zürich angekommen, trafen wir Ute (deren Tochter dort wohnt) unweit vom See. Nach einem gemütlichen Spaziergang mit Kaffee an der Uferpromenade ging es weiter zum Lindt Schokoladenmuseum. Eine architektonische Wucht – und gefühlt ein pflichtiges Must-See in jedem asiatischen Reiseführer der Welt, wenn man sich den Trubel dort ansieht! 🌏 Da unsere Parkuhr gnadenlos auf 2 Stunden getrimmt war, fiel die Museumsführung flach. Dafür gab es die volle Dröhnung Kaffee und Lindt-Schokokuchen. Ein mehr als würdiger Tausch! 🍰☕
Der zweite Akt: Abenteuer Schweiz 🏔️
Nach dem Abschied von Zürich düsten wir weiter Richtung Süden. Ein kurzer Anruf bei Schwester Yvonne, die mit ihrem Camper ebenfalls in der Gegend unterwegs war (allerdings schon weiter Richtung Spanien zieht), brachte die Warnung: Stellplätze sind Mangelware, vorher gucken lohnt sich!
Also Park4Night angeworfen. Ein toller Spot, nur 4 km abseits des Weges. Was die App verschwiegen hatte: Es handelte sich um einen extrem schmalen, steilen, einspurigen Bergweg, auf dem Begegnungsverkehr das reinste Millimeter-Drama bedeutet. Natürlich kam, was kommen musste: Ein PKW mit Anhänger versperrte uns den Weg. Aber Respekt an den Fahrer – der hat seinen Hänger einfach so gekonnt in einen unbefestigten Feldweg rückwärts reinkutschiert, dass man nur staunen konnte!
Nach 4 Kilometern Kletterei und satten 400 bis 500 Höhenmetern extra tauchte unser Stellplatz auf: Ausgelegt für 6 Mobile, stand man dort bereits doppelt so dicht wie erlaubt. Aber mit ein bisschen genialem Wohnmobil-Rangieren haben wir uns noch dazwischengequetscht. 🚐💨
Was für ein Tag! Von alten Jugendfreundschaften über Schokoladenduft bis zum Berg-Chaos. Morgen kann uns nichts mehr erschüttern!



















Tag 17 – Von Fanal in der schönen Schweiz nach Glurns bella Italia
Flüelapass und Ofenpass – weiter Richtung Südtirol
Auf dem Stellplatz in den Bergen kann man nur träumen. Absolute Ruhe und ein fantastischer Blick in den Sternenhimmel am Vorabend – genau dafür lieben wir das Camperleben. Nach dem Frühstück werfen wir wieder den Motor an und lassen die Karre mit ordentlich jaulender Motorbremse hinunter ins Tal rollen. Dieses Mal sogar ohne Gegenverkehr – was bei unseren bisherigen Passfahrten ja nicht unbedingt selbstverständlich war. 😉
Unsere Weiterfahrt führt uns über zwei landschaftlich ganz unterschiedliche, aber gleichermaßen beeindruckende Pässe: Flüelapass und Ofenpass.
Der Flüelapass verbindet Davos mit dem Engadin und wurde bereits im 19. Jahrhundert als wichtige Verbindung über die Alpen ausgebaut. Die heutige Passstraße führt durch eine ausgesprochen wilde Hochgebirgslandschaft. Während der letzten Eiszeit haben Gletscher die Täler tief ausgeschürft und die Landschaft geformt, die wir heute durchfahren. Karge Geröllhänge, kleine Bergseen und schroffe Gipfel lassen erahnen, welche Kräfte hier einst am Werk waren. Besonders faszinierend ist der schnelle Wechsel: Unten im Tal noch sattes Grün, wenige Höhenmeter später nur noch Fels, Geröll und alpine Vegetation.
Vom Engadin geht es anschließend weiter Richtung Ofenpass. Auch dieser Pass ist uralt und war schon lange vor dem Bau der heutigen Straße eine wichtige Verbindung zwischen dem Engadin und dem Vinschgau. Der Name „Ofen“ geht übrigens auf die historischen Schmelzöfen zurück, in denen in dieser Region früher Eisenerz verarbeitet wurde. Heute ist von der damaligen Bergbauindustrie nicht mehr viel zu sehen – dafür durchqueren wir auf der Passhöhe eine grandiose, fast menschenleere Hochgebirgslandschaft am Rand des Schweizerischen Nationalparks.
Und dann beginnt wieder das große Serpentinen-Zählen. Nach gefühlten 100 Kehren erreichen wir schließlich unseren bereits vorgebuchten Campingplatz Gloria Vallis in Glurns.
Normalerweise lieben wir es ja etwas abenteuerlicher und buchen unsere Stellplätze möglichst nicht im Voraus. Diesmal wollten wir allerdings auf Nummer sicher gehen. Schließlich werden in den nächsten Tagen tausende Radfahrer unterwegs sein, die sich beim Stilfserjoch-Radtag den Berg hinaufquälen – oder besser gesagt: hinaufbrettern wollen. Da wollten wir unseren Platz lieber schon sicher haben.
Doch kaum angekommen, ergibt sich schon die nächste spontane Aktion.
Zufällig lese ich den Reisebericht von Max & Claudius, die gerade auf der Via Claudia Augusta unterwegs sind und in Laas übernachten. Also kurzerhand zum Telefon gegriffen, angerufen und mich praktisch selbst zum spontanen Treffen eingeladen. 😄
Gesagt, getan: Ich schwinge mich auf mein neues Bike und rase mit knapp 40 km/h die 16 Kilometer nach Laas. Dort treffen wir uns und quatschen über ihre aktuellen Abenteuer auf der Via Claudia Augusta.

Bei mir ist die eigene Alpenüberquerung inzwischen schon fast zehn Jahre her. Aber beim Erzählen kommen plötzlich jede Menge Erinnerungen von damals wieder hoch. Schon erstaunlich, wie schnell man gedanklich wieder mitten in einer Reise steckt, die eigentlich längst Geschichte ist.
@Max: Übrigens muss ich mich korrigieren: Wir hatten das Zelt damals auch nicht dabei! Wir haben tatsächlich noch ein Zimmer am Kalterer See bekommen. Da lag ich mit meiner Erinnerung völlig falsch. 😉
Nach einer guten halben Stunde Talk schwinge ich mich wieder aufs Bike und mache mich auf den Rückweg nach Glurns. Wieder 16 Kilometer – und wieder ordentlich Tempo.
Ganz ohne Regen schaffe ich es natürlich nicht. Aber ganz ehrlich: Radfahren im Regen hat richtig Spaß gemacht! 🌧️🚴♂️
Und ich muss zugeben: Mit dem neuen Bike geht das tatsächlich schneller als mit dem E-Bike. 😎







Tag 18 – Ausschlafen, entspannte Radtour, Marmor und ein Pool nur für uns
Heute lassen wir es ganz gemütlich angehen. Nach den vielen Kilometern und Pässen der letzten Tage schlafen wir erst einmal ordentlich aus. Schließlich muss man im Urlaub ja auch mal Urlaub machen. 😉
Für heute steht deshalb nur eine kleine Spritztour mit den Rädern auf dem Programm. Wir fahren gemütlich an der Etsch entlang Richtung Laas. Die Strecke ist relativ flach und genau das Richtige für einen entspannten Radtag.
Laas ist nicht nur für seinen Apfelanbau bekannt, sondern vor allem für seinen berühmten Laaser Marmor. Der Abbau des strahlend weißen Marmors reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Das Besondere: Der hochwertige Marmor wird nicht einfach irgendwo im Steinbruch aus dem Berg gesprengt. Ein großer Teil des begehrten Gesteins wird bis heute unter Tage gewonnen. Die Lagerstätten liegen hoch oben im Berg und sind über Stollen und Schächte erreichbar.
Der Abbau ist dabei echte Schwerstarbeit. Riesige Marmorblöcke werden aus dem Berg herausgeschnitten und anschließend mit Seilbahnen und speziellen Transportwegen ins Tal gebracht. Früher war dafür unter anderem die legendäre Laaser Marmorbahn zuständig, eine spektakuläre Schrägbahn, mit der die schweren Blöcke von den Brüchen ins Tal transportiert wurden. Heute wird der Marmor teilweise weiterhin unterirdisch gewonnen – mit modernen Sägen und Diamantseilen, die das Gestein möglichst schonend aus dem Berg lösen.
Und was macht man nach so viel Kultur und Bergbauwissen?
Natürlich erst einmal Kaffee und Apfelstrudel! 😋
In einer netten Konditorei lassen wir es uns bei einem Cappuccino und einem Stück Apfelstrudel gut gehen. Schließlich gehört das in Südtirol praktisch zur Grundversorgung.
Danach nehmen wir denselben Weg wieder zurück nach Glurns. Und auch heute schaffen wir es nicht ganz trocken bis zum Campingplatz. Der Regen scheint uns inzwischen regelrecht zu verfolgen. 🌧️
Aber ehrlich gesagt: Der Regen wurde hier schon lange erwartet und nach der langen Trockenheit tut es richtig gut, einmal ein paar Minuten durch den warmen Sommerregen zu fahren. Sehr erfrischend!
Zurück am Campingplatz kommt dann der nächste Programmpunkt: ab in den Swimmingpool! 🏊♂️
Und jetzt zeigt sich der große Vorteil des schlechten Wetters: Der Pool gehört praktisch uns ganz allein. Keine Menschen, keine Liegestuhl-Reservierer, kein Gedränge – einfach nur wir und das Wasser.
Herrlich!
Den Rest des Tages lassen wir dann ebenfalls ganz entspannt angehen: ein bisschen dösen, etwas essen und natürlich unsere Reiseberichte schreiben.
Also eigentlich genau das, was man im Urlaub viel öfter machen sollte: nichts – und das ganz bewusst. 😎






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2 Kommentare
Lieve schatten, wat leuk dat jullie Ute getroffen hebben, die is totaal niet veranderd zeg. Jullie maken ook een mooie reis, maar om Yvonne en Uwe te treffen zijn jullie een beetje te laat hè? Maar jullie gaan ook nog mooie dagen te gemoet. heel fijn hoor dan genieten jullie er verder van lieve schatten. Hele dikke pakkers van mij, genieten jullie er verder van troelen.
Mooi verhaal hoe Sabine en Rene een paar geworden zijn. Maar ik ben zo vrij om te beweren dat het leven, ons leven, een groot toeval is. Als 5 – 6 generaties terug, in een van jullie stambomen, een paar had besloten om een paar maanden later een kind een kind te gaan krijgen dan had een van jullie beide er niet geweest. Leve het toeval.