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14.06.2019 Camino Primitivo: Von San Román nach As Seixas


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Erkenntnis des Tages: 
Irgendwo im Nirgendwo (Song von Stephan Ullmann)


Heute Nacht hatte ich einen ganz klaren Traum. In diesem Traum wurden wir gefragt, ob wir zu Fuß zur nächsten Herberge laufen wollen, oder lieber mit einer Sänfte getragen werden wollen. Wir entschieden uns gemeinsam für die Sänfte. 😄 Kurze Zeit später kam ein Jaguar Cabriolet vorbei gefahren und hielt an. Es saß ein äußerst adrett gekleidetes Pärchen vorne im offenen Cabrio. Hinten im Wagen war der Rand mit Leder ausgekleidet, allerdings hing das Leder in Fetzen herunter. In der Mitte befand sich ein tolles flauschigen Bett, allerdings war alles total verstaubt. Das Pärchen fragte uns, ob wir nicht lieber mit Ihnen fahren wollten, statt in der Sänfte getragen zu werden. Wir nahmen dankend an und legten uns unter die verstaubte Bettdecke. Der Jaguar fuhr los und kurze Zeit später schwamm der Cabrio auf dem offenen Meer. Die Wellen wurden immer höher. Mit der ersten Welle ins Cabrio bin ich aufgewacht.

So, liebe Leser, Traumdeuter oder diejenigen, die es werden wollen. Schreibt mir Eure Ideen und Vorschläge gerne in den Kommentar. 👻

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13.06.2019 Camino Primitivo: Von Lugo nach San Román


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Leider hat die Routenaufzeichnung heute nicht geklappt. Laut Reiseführer sind es von Lago nach San Román 19,6 km. Dazu kommen noch der Weg auf der Stadtmauer und ein kleiner Umweg zu einer Bar. Geschätzte Entfernung heute 22 km.


Erkenntnis des Tages: 
Straße, Asphalt, Bitumen und Teer. Nichts lieben wir mehr.


Vorwort: Wenn der heutige Reisebericht etwas komisch aussieht, dann könnte es eventuell daran liegen, dass ich ihn mit einem etwas erhöhten Alkoholspiegel verfasst habe. Ich bitte deshalb 1000 Mal um Verzeihung!

Wir frühstücken in der nahegelegenen Cafébar gegenüber des massiven Tors, das die Stadtmauer durchbricht. Da wir einen kleinen Stadtrundgang bereits gestern gemacht haben, umrunden wir einen Teil der gigantischen historischen Mauer, auf der ein breiter Pfad angelegt ist, beginnend am Aufgang der Puerta de San Pedro. Von hier oben hat man gute Ausblicke auf die Stadt. Linkerhand die Altstadt, rechts der Mauer die neueren Häuser.

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12.06.2019 Camino Primitivo: Von Castroverde nach Lugo


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Erkenntnis des Tages: 
Ab jetzt: Restkilometer 2-stellig


Der gestrige Abend war dann noch eine Überraschung, die man im Reisebericht erwähnen sollte. In der Bar mit der abgeschlossener Pension Cortes bediente uns eine Frau, die uns die Auswahl des Pilgermenü in deutscher Sprache aufsagte. Die holländische Pilgerin sprach davon, dass sie mit ihr holländisch gesprochen hätte. Ich lobte sie für ihr Sprachtalent und kam mit ihr ins Gespräch. So nach und nach ließ sie dann erblicken, dass das längst nicht alles ist. Sie spricht, englisch, französisch, italienisch, spanisch, deutsch, niederländisch, portugiesisch, galego oder galicisch, weiterhin studiert sie jetzt arabisch. Vermutlich hat sie noch ein paar andere Sprachen unterschlagen, sie war nämlich eher eine bescheidene und zurückhaltende Person. Sie sagt wenn man mal 3-4 Sprachen spricht, lernt man die anderen Sprachen sehr viel schneller. Ich spreche zwar auch 3 Sprachen, aber weit davon entfernt zu behaupten, dass ich jetzt schnell eine 4. Sprache lernen könnte. Eine unscheinbare aber interessante Erscheinung, die es aber ziemlich faustdick hinter den Ohren hat. Gerne hätte ich mehr über sie erfahren. Warum arbeitet eine so talentierte Person in einer einfachen Bar/Pension und nicht im Goethe-Institut? Fragen, die wohl für immer unbeantwortet bleiben.

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11.06.2019 Camino Primitivo: Von Cadavo-Baleira nach Castroverde


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Erkenntnis des Tages: “Langsam macht schnell glücklich.” (Christof Hermann) #langsamkeit #slowlife #glück


Das Wandern (oder Pilgern) ist im Vergleich eine sehr langsame Fortbewegung für einen modernen Menschen. Heute hasten wir mit dem Flugzeug, Zug oder Auto hektisch von A nach B und weiter nach C, leben nur noch nach der Armbanduhr und vergessen dabei schnell, dass wir nur einmal leben. Alles kann uns nicht schnell genug gehen. Der Autofahrer vor uns ist ein langsamfahrender Trottel, obwohl er im Vergleich zu uns locker 25 Mal schneller unterwegs ist. Der nur auf der linken Spur fährt ist sowieso ein Vollidiot. In der Warteschlange drängeln sich alle zur nächsten Kasse vor, die gerade aufmacht, nur um ein paar Minuten einzusparen. Oftmals vergebens. Ich gebe zu, dass ich mich häufig auch in einer solchen Mühle befinde und den Augenblick oder die schönen, kleinen Dinge des Lebens oft gar nicht mehr wahrneme, geschweige denn genießen kann. Für mich gibt es kaum eine bessere Art, diesem Hamsterrad zu entkommen und zu entschleunigen, als das Streckenwandern oder das Pilgern. Man nimmt alles sehr bewusst war. Man hat Zeit, die Langsamkeit zu genießen und ist dennoch nicht gelangweilt, da man ja in ständiger Bewegung ist und die anderen Sinne wie Riechen, Hören und Sehen geschärft werden. Man ist einfach schnell ein glücklicher Mensch. Deshalb gefällt mir das Zitat von Christof Hermann so gut und wurde auch zur Erkenntnis des Tages erkoren. Es beschreibt das Gefühl des Wanderns oder Pilgerns mit einem einzigen Satz sehr treffend.

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10.06.2019 Camino Primitivo: Von A Fonsagrada nach Cádavo-Baleira


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Erkenntnis des Tages: 
Glückseligkeit am Pass Alto Lastra


Heute lassen wir den Tag extrem ruhig angehen. Der Gemischtwarenladen, bei dem ist unter anderem auch Wanderschuhe zu kaufen gibt, macht sowieso erst um 9 Uhr auf.

Um Punkt 9 Uhr stehen wir dann vorm Laden auf der Matte. Als wir fragen, ob er Schuhe in der Größe 40 hat, schüttelt er fragend den Kopf und verschwindet erstmal in sein Lager. Es dauert eine ganze Weile, aber schließlich kommt er mit drei Kartons zurück. Juhuuu. Ein paar Schuhe davon haben sogar die richtige Größe, die anderen waren ein bis zwei Nummern zu groß. Ich durchstöbere den Laden nach Dingen, um die defekten Wanderstiefel gegebenenfalls wieder in Schuss zu bringen. Ich finde Patex und Gaffertape. Zwei der wichtigsten Dinge.

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09.06.2019 Camino Primitivo: Von Castro nach A Fonsagrada


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Erkenntnis des Tages: 
Adios Asturien – Hola Galizien


Der dicke Spanier von gestern hat sein Versprechen wahr gemacht, ja sogar um ein Vielfaches übertroffen. Er hat uns angekündigt, dass er schnarcht. Allerdings könnte man die Geräusche, die er von sich gab eher als Grunzen bezeichnen. Hier der Beweis:

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08.06.2019 Camino Primitivo: Von Albergue Las Grandas nach Castro


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Erkenntnis des Tages: 
Sohlen sind ein sehr wichtiger Bestandteil eines Wanderschuhs


Heute hätten wir gut und gerne noch bis mittags geschlafen. Die beiden letzten Etappen hatten es scheinbar doch in sich. Dass es erst um 8 Uhr Frühstück gibt kommt uns sehr entgegen.

Heute teilen sich die ersten paar Kilometer Pilger und Autos die Landstraße,. die wieder bergauf geht. Allerdings sehen wir nur 2 Autos auf der gesamten Strecke. Zur Linken haben wir den Blick auf den wunderschönen Stausee und zur Rechten den Berg. Wir wundern uns, dass in dieser Landschaft kaum Vögel in der Luft zu sehen sind. Auch hören wir kein zwitschern. Außer ein paar dicken schwarzen Nacktschnecken, ein paar toten Fröschen und Mäusen sind keine Tiere zu sehen.

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07.06.2019 Camino Primitivo: Von Berducedo nach Albergue Las Grandas


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Erkenntnis des Tages: 
Glaube keinem Reiseführer, den Du nicht selbst geschrieben hast


In der Nacht pfeift der Wind kräftig und geräuschvoll ums Haus, auch die Temperaturen sind auf eisige 7 Grad gefallen. Dazu kommt Regen und der Berg ist in den Wolken eingehüllt. Man mag gar nicht aus den Federn bei diesem feucht-kalten Wetter. Geschweige denn laufen. Im Vergleich zu ein paar Tagen vorher, als wir 34 Grad im Schatten hatten, ein massiver Temperatursturz. OK, wir sind noch auf 900 Metern Höhe, dass macht sicherlich auch etwas aus. Um 6:45 Uhr ist es so hell im Zimmer, dass wir trotzdem freiwillig aufstehen. Unter uns ist die Café Bar, wo es auch ein kleines Frühstück gibt. Bocadillos (belegte Brötchen) zum Mitnehmen werden hier nicht angeboten. Unserem veralteten Outdoor Reiseführer von 2016 nach, gibt es die nächsten 15 km keine Möglichkeit einzukaufen oder einzukehren. Notgedrungen nehmen wir ein paar Muffins mit, um unterwegs keinem Hungerast zu unterliegen. Danach geht’s mit allen Klamotten und Poncho an wieder auf die gelbe Piste.

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06.06.2019 Camino Primitivo: Von Pola de Allande nach Berducedo


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Erkenntnis des Tages: 
Höchster Punkt des Camino Primitivo erreicht


Gestern Abend dachten wir noch, dass wir heute morgen vom Glockengeläut des Big Ben geweckt werden, aber Fehlanzeige. Entweder haben sie das Geläut morgens abgestellt oder wir haben es einfach überhört. Gestern kam die Melodie jedenfalls im Stundentakt. Warum man in einer asturischen Kleinstadt ausgerechnet diese Melodie wählt hat, erschließt sich uns nicht. Es wird uns wahrscheinlich ein ewiges Rätsel bleiben, wenn wir keine entscheidenden Hinweise unserer Leser erhalten. Das Frühstück besteht aus Café con leche und Tostadas mit knochenharter Butter, die die Toasts bitterlich zerstören und bisschen Marmelade. Um 8:15 Uhr sind wir dann soweit, den Primitivo unter die Füße zu nehmen. Zunächst führt der Weg leicht bergauf zur Stadt hinaus an der wenig befahrenen Landstraße entlang. Dann biegt der Camino links in einen naturbelassenen und sehr ursprünglichen Weg ein. Es ist ein Paradies für Fotografen. Alle paar Meter bleibe ich stehen, um Fotos von der traumhaften Landschaft zu machen. Es ist hier wie in einem Bilderbuch. Ich bin froh, dass ich Fotograf und kein Maler bin, denn ich würde wahrscheinlich an jeder zweiten Ecke meine Staffelei aufstellen und viele Tage brauchen, um voran zu kommen.

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05.06.2019 Camino Primitivo: Von Campiello nach Pola de Allande


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Erkenntnis des Tages: 
Wer langsam geht dem eröffnet sich die Welt


Heute haben wir eine relativ kurze Etappe mit nur 16,4 km bei 390 Hm bergauf und 440 Hm bergab zu gehen. Die Wettervorhersagen sagen 💯 Prozent Regenwahrscheinlichkeit voraus und die Temperaturen sind eher kühl. Von daher können wir heute eine etwas längere Augenpflege betreiben. Um 7 Uhr stellen wir den Wecker nochmal auf stumm, aber 10 Minuten später lockt dann doch die Neugier auf den weiteren Streckenverlauf des Camino.

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