René van der Voorden

Etappe 12: Von Rheinhausen nach Rheinmünster

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Etappe 12: Von Rheinhausen nach Rheinmünster
Rheinmuenster, Germany

Rheinmuenster, Germany


Die Nacht in einem normalen Bett zu verbringen und wo man unendlich viel Platz für sein Hab und Gut hat, ist ungewöhnlich. In den letzten 14 Tagen war alles in unmittelbarer Nähe und in Griffweite. Man hat eine gewisse Ordnung auf engstem Raum. In unserem Zimmer sieht es binnen Minuten aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Alle Sachen waren überall im Zimmer verstreut. Die nächste Nacht werden wir wieder zelten. Mit dem Überschuss an Raum kommen wir nicht mehr klar 🙂
Trotzdem, die Nacht war herrlich und bequem. Eine Dusche und ein WC um die Ecke. Man weiß erst was für ein Luxus das ist, wenn man einmal darauf verzichtet.
Die Unterkunft mit dem vielversprechenden Namen „zur offenen Tür“ ist einmalig. Dieses Credo wird im Hause gelebt. Die Gastgeberin versprüht ansteckende Lebensfreude und ist sehr darum bemüht, dass es ihren Gästen gut geht. Das Ambiente im Zimmer und im Frühstücksraum ist modern. Sollte mal jemand eine gute und schöne Unterkunft in unmittelbarer Nähe zum Europapark Rust suchen, so kann man diese Adresse nur empfehlen.
Schweren Herzens trennen wir uns vom Gästehaus und trappen wieder los. Zuerst wieder an den Rhein. Aber wegen Hochwasser ist der Radweg am Rhein entlang gesperrt. Also nehmen wir eine Alternativroute durch die Dörfer und übers Land. Nachdem wir sehen wie schön abwechslungsreich die Route durch die Dörfer ist, beschließen wir weiter so zu fahren und wandeln den Rheinradweg etwas nach unserem Geschmack ab.
Unser Rheinradweg geht so. Rheinhausen, Rust, Kappel, Wittenweiler, Nonnenweiler, Meißenheim, Ichenheim, Altenheim, Marlen, Kehl.
Im Kehl sitzen wir in einem Café am Marktplatz und merken, dass wir bald unser Ziel erreicht haben. Maximal zwei Tage noch, dann sind wir in Mannheim. Eigentlich könnte man es auch in einem Tag fahren, aber wir verteilen es lieber auf zwei Tage.
Dann geht es weiter durch Honau, Diersheim, Rheinbischhofsheim, Freistett, Rheinau und Scherzheim, wo wir einkehren und zu Abend essen. Bis zum Freizeitpark in der Nähe von Rheinmünster sind es dann nur noch ca. 10 km.
Unser Platz auf dem Camping ist direkt am See. Wir bauen schnell das Zelt auf und nehmen in der Dämmerung noch ein erfrischendes Bad im See. Herrlich erfrischend nach über 90 km radfahren in der Sonne.
Den Abend beschließen wir mit einem Eisbecher mit frischen Erdbeeren.

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Etappe 11: Von Bamlach nach Rheinhausen

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Etappe 11: Von Bamlach nach Rheinhausen
Rheinhausen, Germany

Rheinhausen, Germany


Oh Wunder, wir werden durch die Sonne geweckt. Hurra! Zuerst packen wir unsere Sachen im Zelt zusammen. Die Plane und das Außenzelt werfen wir über einen Busch. Das Innenzelt hängen wir an einen Baum, damit alles mal richtig durchtrocknen kann, während wir im Bistro frühstücken. Danach packen wir alles wieder auf unsere Räder und fahren den Berg hinunter an den Rhein.
Anfangs ist der Radweg immer noch schwer zu fahren, aber je wärmer es wird, umso härter wird die Sand/Schotterpiste und desto leichter rollen die Räder. Die Streckenführung des Rheinradweges ist fast ausnahmslos auf dem Damm entlang. Beinahe schnurstracks gerade und nahezu immer parallel am Rhein entlang. 95 Prozent des Weges Schotter. Mal fahren wir durch Waldstücke, mal sind es offene Strecken auf dem Damm. Sehr monoton im positiven Sinne, denn es gibt unterwegs nichts anzusehen oder zu fotografieren, da es fast immer gleich aussieht. Also fahren wir sehr gleichmäßig einen 20 km/h Schnitt und sind nach etwas über zwei Stunden Fahrzeit schon 45 km weitergekommen. In Breisach legen wir dann eine vorgezogene Kaffeepause ein. Die Weiterfahrt nach Rheinhausen ist fast genauso wie die erste Hälfte der Strecke. Also volle Fahrt voraus und lange und gleichmäßig kurbeln.
Unterbrochen wird die gleichmäßige Fahrt durch eine Schrecksekunde. Sabine fährt ca. 100 Meter vor mir und ich kann von Weitem beobachten, wie sie einen Haken schlägt und plötzlich auf dem Boden liegt. Ich düse zu ihr und das rechte Knie ist aufgeschürft und blutet. Mit der Wasserflasche habe ich erst mal den groben Schutz entfernt.
Ich krame schnell das Erste Hilfe Set aus der Satteltasche, um mit einer Kompresse und Beta-Isadona die Wunde zu desinfizieren. Die rechte Handinnenfläche ist auch etwas angeschwollen. Eine Kühlung der Hand im kalten Rheinwasser lindert die Schmerzen.
Nachdem sich der erste kleine Schock gesetzt hat, frage ich Sabine was passiert ist. Sie wollte einer Schlange ausweichen, die den Radweg überquert hat. Durch das Ausweichmanöver und dem starken Bremsen auf Schotter ist das Resultat: Sturz und Verletzung!

Merke: Auf Schotter entweder bremsen ODER ausweichen. Niemals beides gleichzeitig, zumindest nicht beherzt.

Sabine ist aber hart im Nehmen und steigt kurze Zeit später wieder auf den Bock und fährt weiter. Im Nachhinein ärgert sie sich darüber, dass sie die Schlange nicht einfach mit den Reifen in der Mitte zerteilt hat. Sie mag eh keine Schlangen. 😉

Rheinhausen liegt kurz vor Rust und es gibt keine Campingplätze in der Nähe. Wir nehmen ausnahmsweise ein Zimmer im Gästehaus ‚zur offenen Tür‘. Sehr schönes Zimmer mit eigener Dusche 🙂

Im Restaurant Hechinger, nehmen wir zwei Gockel zu uns. Chili-Gockel und Curry-Gockel. Der Wirt hat sich auf die Zubereitung von Gummiadlern in verschiedenen Geschmacksrichtungen spezialisiert. Das kann er und das ist wirklich gut.

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Etappe 10: Von Möhlin nach Bamlach

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Etappe 10: Von Möhlin nach Bamlach
Bamlach, Germany

Bamlach, Germany


Wir schlafen sehr gut in unserem „Wasserbett“. Innen ist es trocken, außen eine große Pfütze. Unser Vorhaben um 7.00 Uhr aufzustehen halten wir nicht ganz ein. Es wird eine halbe Stunde später. Unser Zelt trocknen wir nur notdürftig und packen alles schnell ein, weil die nächsten schwarzen Wolken schon im Anmarsch sind. Rechtzeitig ist alles in Säcken und Tüten. Zunächst fahren wir nach Rheinfelden in eine Bäckerei mit Bistro zum Frühstücken. Es gibt ein englisches Frühstück mit Rührei und Milchkaffee. Wir sitzen auf, fahren ein paar hundert Meter, aber das Schleifen meiner Scheibenbremsen beunruhigt mich. Da der Regen einsetzt und wir gerade unter große Weiden hindurch fahren, ist das eine gute Gelegenheit, die Regenkleider anzuziehen und nach den Bremsen zu sehen. Kein Wunder, dass es schleift, denn die Feder, die die Bremsbacken auseinander hält, hat sich aus dem Bremssattel herausgerückt und ist völlig verbogen. Außerdem sind die Bremsbeläge bis auf´s Blech abgenutzt. Ich baue neue Bremsbeläge ein, richte die Feder und die Fahrt kann weitergehen. Das Schleifgeräusch ist passé und die Bremsleistung wieder voll da. Überraschend, dass der Radweg nach Basel hinein so schön ist. Wir hatten uns darauf eingestellt, an unschöner Industrie, großen Tanks, vielen hässlichen Betonbrücken vorbeizufahren, aber das Gegenteil ist der Fall. Der Weg geht immerzu am Rhein entlang, bis man auf der gegenüberliegenden Seite das Münster und die Altstadt von Basel, mit seinen schönen Fassaden sieht. Wir besichtigen noch die Altstadt und das Münster. Sehr lohnenswert. Durch den vielen Regen ist der Ölverbrauch auf der Kette relativ groß. Unser Öl ist aufgebraucht und die Kette quietscht. Gegenüber vom Dom ein Betonmischer, dessen Fahrer in der Sonne steht und auf irgendwas zu warten scheint. Normalerweise haben diese Männer immer eine Fettspritze dabei um diverse Gelenke an ihrem Fahrzeug einzufetten. Ich spreche den Mann an und er holt seine große Spritze raus 🙂 … und fettet unsere Ketten mit giftgrünem Fett. Es geht weiter am Rhein entlang. In Basel macht der Rhein die Biegung in Richtung Norden. Stadtauswärts ist es dann nicht mehr ganz so schön, aber immer noch viel besser, als wir es uns vorgestellt haben. Bei ATU machen wir kurz Rast um Öl für die Kette zu kaufen und nach Sabine’s Rad zu sehen. Der Tachogeber, der auch benutzt wird um die Unterstützung zu errechnen, setzt hin und wieder aus. In diesem Fall kann man 7 Halbumdrehungen mit Unterstützung fahren und auf der Anzeige steht Error 102. Einen Tag zuvor war das auch schon so, ging aber von alleine wieder weg. Ich baue ein paar Unterlegscheiben zwischen Sensor und Rahmen, damit der Magnet näher an den Sensor kommt, denn mir erscheint der Abstand etwas groß und grenzwertig. Aber dieser Versuch schlägt leider fehl. Jetzt kommen verschiedene Ursachen in Betracht. Feuchtigkeit, Sensor defekt, Wackelkontakt. Aber was es auch ist, das geht mit normalen Bordwerkzeug nicht. In diesem Fall müsste Sabine so weiterfahren. Den Weg aus Basel fahren wir auf der deutschen Rheinseite. Er führt direkt am Rhein entlang und der Radweg//b ist eine Mischung aus nassem Sand und feinem Schotter bei starkem Gegenwind. Regen und Sonne im ständigen Wechsel. Man kann die Regensachen nicht ausziehen und schwitzt wie verrückt, wenn dann die Sonne auf die nassen Kleider scheint. Sehr sehr kräftezehrend mit 3 Rädern, wovon sich das kleine Rad vom Anhänger sich am meisten in den Boden gräbt. Ansonsten lässt es sich mit dem Einrad-Anhänger aber sehr gut fahren. Wir fahren durch bis Bad Bellingen, wo wir im Kurhaus wieder den obligatorischen Kaffee mit Kuchen genießen. Wir beratschlagen, welchen Camping wir ansteuern und entscheiden uns auf Empfehlung der Kellnerin, die alle Campings der Umgebung gut kennt, wieder ein Stück zurück nach Bamlach zurückzufahren. Ein Campingplatz mit vielen Auszeichnungen. Fast schon wie ein Hotel. Um nach Bamlach zu kommen, entscheiden wir uns den Weg über die WeinBERGE zu nehmen. Das Großgeschriebene ist dabei wörtlich zu nehmen. Wir mobilisieren die letzten Körner in uns. Unsere Fahrräder sind voller Sand und Dreck. Die Satteltaschen ebenfalls. Während Sabine sich am Campingplatz anmeldet, spritze ich unsere Fahrräder und Packtaschen im ‚Hundbad‘ mit einem Wasserschlauch ab. Ja, so was gibt es hier auch. So kann man sich auf diesem Nobelcamping wenigstens sehen lassen. Das Zelt steht im Nu. Anschließend gehen wir im Bistro etwas essen und schauen dabei das Fußballspiel an. Glückwunsch an die deutsche Mannschaft und gute Reise für die Holländer!

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Ruhetag in Möhlin (CH)

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Ruhetag in Möhlin (CH)
Möhlin, Switzerland

Möhlin, Switzerland


Am frühen Morgen regnet es wie Bindfäden. Schön gleichmäßig und unaufhaltsam. Ein Blick auf wetteronline.de verspricht für heute Dauerregen. Bislang hatten wie nur schauerartige Regenfälle. Dauerregen ist schlecht, sehr schlecht. Wir beraten den heutigen Tag und beschließen erst mal, alle Kleider zu waschen. Es gibt hier auf dem Camping eine Waschmaschine und einen Trockner deren Benutzung zusammen für 2.20 SFR kosten. Ein Spottpreis und endlich mal wieder gut riechen. Sabine verbringt die Wartezeit mit einem gruseligen Thriller namens ‚Tiere‘ während ich den Blog schreibe. Danach fahren wir mit den Rädern nach Rheinfelden und verbringen viel Zeit im Palmencafé und frühstücken ausgiebig. In der Stadtbibliothek verbringen wir auch ein wenig Zeit, denn Sabine hat ihren Schmöker schon durchgelesen und benötigt Nachschub. Anschließend besichtigen wir die Altstadt von Rheinfelden auf der Schweizer Seite.Zurück ins Café für Kaffee und Kuchen wo noch unsere Fahrräder geparkt sind. Plötzlich ziehen tiefschwarze Wolken über die Stadt herein und entleeren sich, als ob irgendwo eine Klappe aufgeht. Dazu ein heftiger Sturm. Unweigerlich müssen wir an unser Zelt denken. In meinen Gedanken sehe ich das Zelt zerfetzt auf der anderen Seite des Campingplatzes am Zaun hängen. An den Inhalt gar nicht zu denken.

Wir warten das Unwetter ab und fahren hastig zurück zum Zeltplatz.
Aber das Zelt steht da wie eine Eins. Alle Heringe stecken noch im Boden. Alle Schnüre sind noch am Zelt, nichts ist abgerissen. Der einzige Wermutstropfen ist, dass das Zelt jetzt ungefähr 3 cm im Wasser steht. Da es aber innen trocken ist, ändern wir nix, denn auf dem ganzen Platz sind Wasserlaachen.

Wir beschließen nach diesem langweiligen Tag keinen Ruhetag mehr einzulegen, denn es bringt uns völlig aus dem Tritt. Es ist öde und langweilig. Auch wenn es wie aus Eimern schüttet, wir fahren! Sabine droht mir an, dass sie schon um 7 Uhr aufstehen will um schnell weg zu kommen von hier. Normalerweise ist sie immer diejenige die ausschlafen will. Wir sind zu Nomaden geworden und lieben dieses Trapperleben immer mehr. Ob zu Fuß oder per Fahrrad.

Das Unterwegs sein, und immer neue Bilder vor Augen zu haben, das ist es was uns gefällt. Das ist spannend.

Gute Nacht, Freunde. Bis morgen!

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Etappe 9: Von Waldshut nach Möhlin

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Etappe 9: Von Waldshut nach Möhlin
Möhlin, Switzerland

Möhlin, Switzerland


In der Nacht regnet es immer wieder mit Unterbrechungen. Heute stehe ich ausnahmsweise um 7.00 Uhr auf, denn ich muss eine Lösung finden um die abgebrochene Spezialachse zu reparieren. Vor dem Schlafengehen habe ich mir verschiedene Lösungsmöglichkeiten überlegt.

Lösung 1: Siehe Kommentar von Stefan vom Vortag. Mangels Pökelsalz fällt diese Lösung leider aus. Auch sind weit und breit keine Backsteine auffindbar. Ich müsste dafür ein Haus zerlegen.

Lösung 2: Ich finde eine Schlosserei, die weichlöten kann, um die Gewindestange wieder an der Messinghülse zu schweißen.

Lösung 3: Ich suche einen Radladen, der eine solche Spezialachse hat. Die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg ist aber eher gering, denn die Achse ist Bestandteil meines Anhängers.

Lösung 4: Ich verzichte auf den Schnellspanner und suche jemanden, der mir das Gegenstück aus Vollmaterial dreht.

Ohne Schnellspanner am Hinterrad zu fahren ist ein mulmiges Gefühl, deshalb fahre ich langsam. An der Rezeption des Campings erfahre ich, dass es zwei Schlossereien in unmittelbarer Nähe gibt. Bingo, denke ich. Dann ist das Thema ja gleich abgehakt. Pfeifedeckele. Der erste Schlosser kann nicht löten und verweist mich auf den zweiten Schlosser. Der zweite Schlosser kann auch nicht löten, er schickt mich nach Waldshut zu einem Sanitärhandel. Dieser könne zwar löten, habe aber die Gasflaschen auf einer Baustelle 30 km weiter. Der nächste Sanitär, der gerade in einem Wohnhaus arbeitet, gibt mir zu verstehen, dass Löten out sei, heute werde alles gepresst. Er empfiehlt mir einen Radladen nochmal 4 km weiter. Also hinfahren. Dieser hat Montag morgens bis 14.00 Uhr geschlossen. Ich stelle auch fest, dass ich nur noch 10 Euro im Geldbeutel habe, also Bank. Bank 1 spuckt kein Geld aus. Bank 2 auch nicht. Also zurück nach Waldshut. In Waldshut hat erst der vierte Automat Geld für mich, ohne dass ich 5% Gebühren zahlen muss. Bisher war das mit meiner Visa nie ein Problem. Inzwischen ist es 10 Uhr. Seit 3 h unterwegs und noch nicht gefrühstückt. Also Bäckerei ansteuern und erst mal Kaffee und eine Brezel, um den Magen zu etwas zu beruhigen.
Lösung 1 bis 3 funktionieren nicht. Ich fahre die ganzen 8 km wieder zurück zum 2. Schosser um Lösung 4 anzuvisieren. Der liegt auf dem Weg zum Campingplatz. Hoffentlich hat er eine Drehbank, denke ich und drücke mir unterwegs bildlich die Daumen. Ja, er hat eine Drehbank aber absolut keine Zeit, weil er einen Terminauftrag hat. Als ich ihm sage, dass ich das vor 34 Jahren schon mal gelernt habe und damit sicherlich selbst zurecht käme, zeigt er mir kurz wo die Drehbank steht, gibt mir noch eine Stange Rundstahl in die Hand und wünscht mir viel Erfolg.
Nach ca. 90 Minuten habe ich meinen selbstgedrehten Aufnehmer fertig. Ein wenig stolz war ich dann schon, dass ich es nicht ganz verlernt habe.
Als ich auf den Campingplatz zurückkomme, ist es bereits 12.00 Uhr. Sabine hat sich schon Sorgen gemacht und meine neue Handynummer nicht in ihr Telefon gespeichert. Sie ist sichtlich erleichtert, dass mir nichts passiert ist.
Wir packen alles ein, aber unsere Arbeit wird durch einen Schauer unterbrochen. Mit dem Regenschirm bewaffnet, holen wir unsere Sachen aus dem Zelt in einen Waschraum und packen dort alles ein. Die Fahrräder stehen unter dem Vordach im Trockenen. Das Zelt holen wir zum Schluss unter das Vordach und bauen es dort ab und verstauen es wieder.
Der Regen hört kurz auf. Wir schwingen uns auf die Räder und fahren nach Waldshut. Unterwegs ein Wolkenbruch mit Gewitter. Das erste Haus auf der linken Seite ist ein Café. Super. Fahrräder abstellen und hinein. Erstmal was frühstücken. Aber Frühstück gibt es in diesem Café nicht. Dann eben Kaffee mit Chili-Spaghetti. Es ist ja auch schon 13.30 Uhr.
Nach dem ungewöhnlichen Frühstück fahren wir gegen 15.00 weiter. Der Radweg geht großteils direkt am Rheinufer entlang. Wir fahren eine Weile im Trockenen. Sogar die Sonne lässt sich blicken. Aber die nächsten bösen Wolken sind schon am Horizont sichtbar und ziehen unaufhörlich in unsere Richtung. Es kommt, wie es kommen muss. Ein Platzregen strömt über uns hernieder. Aber nur 15 Minuten, dann scheint wieder die Sonne. In Laufenburg machen wir auf der schönen Brücke zur Schweiz kurz Rast in der Sonne und stellen uns bei der nächsten Gewitterwolke auf der Schweizer Seite unter. 10 Minuten später ist der Spuk vorbei und wir können weiterfahren.
Wie so oft, direkt am bewaldeten Rhein entlang. Wirklich schön.

Bedingt durch den verlorenen halben Tag beschließen wir, schon in Bad Säckingen aufzuhören und mal ein schönes Zimmer zu nehmen. Aber nach dem 5. Anruf geben wir auf, weil alles belegt ist und planen kurzfristig um. Also doch wieder Camping. Der Nächste auf unserer Karte ist ca. 5 km entfernt auf der Schweizer Seite. Dort angekommen erfahren wir, dass dies ein privater Campingplatz ist. Warum zeichnen diese Hornochsen diesen Camping überhaupt in die Karte ein?
Man sagt uns, der nächste Camping sei ca. 10 km entfernt. Also satteln wir nochmal auf, beißen die Zähne knirschend zusammen und fahren weiter.
Schlussendlich landen wir in Möhlin auf einem netten, kleinen Campingplatz in der Schweiz. Wir zünden unseren Flammenwerfer an und bereiten unser Abendessen zu. Spaghetti à la René. Die letzten Sonnenstrahlen verwenden wir, um unsere Sachen zu trocknen, was auch halbwegs gelingt.
Müde und dennoch überaus glücklich beenden wir den Tag und schlüpfen wieder in unsere mollig warmen und neuen Schlafsäcke über die wir uns immer noch freuen.

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Etappe 8: Von Jestetten nach Waldshut

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Etappe 8: Von Jestetten nach Waldshut
Waldshut-Tiengen, Germany

Waldshut-Tiengen, Germany


Der Regen hört erst um 9.00 Uhr auf. Die ganze Nacht über gießt es wie aus Kübeln, aber wir bleiben im Zelt schön trocken. Wir bleiben vorsichtshalber noch eine halbe Stunde länger liegen um auch ganz sicher zu sein, dass es nicht wieder anfängt.
Also gut. Um 9.30 Uhr ist es dann endlich soweit. Gut ausgeschlafen klettern wir aus unseren neuen warmen Schlafsäcken. Eigentlich will man gar nicht mehr raus aber wir raffen uns auf.
Nach dem Duschen versuchen wir, unsere Sachen so gut wie möglich unter dem Vordach des Bademeisterhauses zu trocknen. Wenn alles klitschnass ist, benötigt man eben viel mehr Zeit, um weiterzufahren. Inzwischen reden wir schon von ‚kontaminieren‘, d.h. wenn etwas Feuchtes mit etwas Trockenem zusammen kommt. Bei andauerndem Regen ist es wichtig, so wenig wie möglich zu kontaminieren, sonst hat man binnen we***** Stunden nichts Trockenes mehr. Darauf achten wir peinlichst und so gelingt es, mit Hilfe von vielen Plastiktüten, mehrere Regentage zu durchzustehen. Unser Glück ist aber, dass es tagsüber fast immer regenlos ist. Für Euch da hinter den Bildschirmen, die ihr im schönen warmen Gebäude seid, mag das banal klingen, aber wir sind andauernd damit beschäftigt.
Ok, genug zu diesem Thema.Wir fahren ins Zentrum von Jestetten ins Café Schäfer und frühstücken sehr ausgiebig vom Buffet. Auch hänge ich mit meinem Blog lange hinterher und hole 2 Tage nach. Erst nach 13.00 Uhr steigen wir auf unsere Drahtesel und treten los.
Die Landschaft ist wieder sehr abwechslungsreich. Schmucke Dörfchen, Wiesen und Flure. Ackerbau und Viehzucht. Welliges Auf und Ab, mal auf Radwegen parallel zur Straße, dann wieder über Wiesen. Kleiner Abstecher auf den Kaiserstuhl in der Schweiz und wieder zurück, um einige zusätzliche Höhenmeter zu gewinnen und ein paar Aufnahmen zu machen. Plötzlich ist der Radweg verbarrickadiert. Dorfest in Reckingen. Der letzte Kuchen wird uns leider vor der Nase weggeschnappt, aber egal. Wir trinken noch etwas und nehmen einen Snack aus unserem Rucksack und fahren schließlich weiter. Kurz vor Waldshut ist auch die Etappe für heute zu Ende, denn es gibt danach keinen Campingplatz mehr bis Basel. Zumindest nicht auf der nördlichen Route.
Auf dem Campingplatz angekommen, wird das Zelt aufgebaut und die Fahrräder gepflegt, denn die Ketten sind trocken und meine Scheibe schleift, seitdem sich das Rad, bei einer scharfen Wende zu Fuß, gelöst hat.
Der Anhänger ist ausgestattet mit einer speziellen verlängerten Achse und zwei Aufnehmern am jeweiligen Ende der Achse. Der Aufnehmer ist auf einer Seite etwas stümperhaft am Schnellspanner angeschweißt. Als ich das Hinterrad wieder einsetze und den Schnellspanner anziehe, reißt die Achse vom Schnellspanner ab. Es gibt ein passendes Wort für solche Situationen: SCH…..! Denn ohne die Achse ist mein Gefährt erstmal fahruntüchtig.

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Etappe 7: Von Konstanz nach Jestetten

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Etappe 7: Von Konstanz nach Jestetten
Jestetten, Germany

Jestetten, Germany


Als wir das Zelt abbauen ist noch alles klamm. Weil unsere neuen Schlafsäcke fast das 3-fache Volumen haben, beschließen wir, uns von noch nicht eingesetzten Dingen und unseren alten Schlafsäcken zu trennen. Es kommt eine volle große Karstadttüte zusammen, die wir Rita und Dieter mitgeben wollen. In Altrip holen wir dann später die Sachen wieder ab. Bevor wir bei Rita und Dieter ankommen, frühstücken wir noch in einer Bäckerei. Wir geben die Tüte bei den Beiden ab, verabschieden uns und ziehen wieder weiter an den Rhein. Richtung Stein am Rhein passiert man schöne Orte wie z. B. Steckborn. In Stein machen wir die erste Essenspause und besichtigen den Ort, indem wir unseren Fuhrpark durchschieben. Starrende Blicke ernten wir dabei in diesem mondänen Örtchen. Wir fahren weiter Richtung Schaffhausen.Vor Gailingen haben wir noch einen anstrengenden Hügel durch den schattigen Wald zu bezwingen. In Gailingen lassen wir uns am Rheinuferpark in der Sonne braten und es gibt Kaffee und Kuchen. Von hier aus kann man den Campingplatz erahnen, auf dem wir übernachten wollen. Der vermeintlich gegenüberliegende Campingplatz entpuppt sich aber wenig später als ein Stellplatz für Wohmobile. Also müssen wir doch weiterfahren. Über der historischen Holzbrücke auf der anderen Rheinseite liegt das Schweizer Städtchen Diessenhofen. Wir fahren hindurch und wieder zurück auf die andere Rheinseite, um unseren Weg nach Schaffhausen fortzusetzen. Den überaus beeindruckenden und größten Wasserfall Europas, den Rheinfall, bestaunen wir von allen Seiten. Ein faszinierendes Naturschauspiel. Weiter geht’s über einen zweiten Hügel nach Jestetten. Im Restaurant ‚Im Winkel‘ gibt’s ein wunderbares Abendessen, bevor wir unseren Campingplatz auf dem Schwimmbadgelände ansteuern. Das Zelt bauen wir im Trockenen auf. Auch das Fußballspiel Deutschland Portugal sehen wir uns auf einer großen Leinwand im Zelt an. Public Viewing auf dem Schwimmbadgelände. Als wir im Zelt in unsere kuschelig warmen Schlafsäcke steigen, fängt es an zu regnen und hört nicht mehr auf bis morgens 9.00 Uhr.

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Ruhetag in Konstanz

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Ruhetag in Konstanz
Konstanz, Germany

Konstanz, Germany


In der Nacht hat es die ganze Zeit geregnet. Heute machen wir einen echten Ruhetag. Naja, zumindest was das radeln betrifft. Am Morgen um 10 Uhr holt uns Dieter mit dem Rad vom Campingplatz ab. Gemeinsam fahren wir durch den Wald und wenig später sind wir auch schon da. Wir frühstücken zusammen mit Rita und Dieter in ihrem Feriendomizil. Sie haben ein wunderbares Frühstück zubereitet mir allen Köstlichkeiten die man sich wünscht. Das Frühstück wird zum Brunch, denn wir bleiben 3h. Als wir uns verabschieden, beginnt es zu regnen. Egal, wir schlüpfen in unsere Regenklamotten und ziehen los in Richtung in Richtung Stadtmitte. Wir werden heute Schlafsäcke kaufen, auch noch im tiefsten Winter mollig warm halten. Patschnass (zumindest äußerlich) kommen wir im Karstadt Sport an. Fahrräder abschließen und hinein ins Getümmel. Nach einer Stunde Wärme- und Preisvergleich haben wir unsere Wahl getroffen und lassen unsere neuen Isolatoren an der Kasse zurücklegen, denn wir wollen noch ein wenig bummeln, Kaffee trinken, Essen gehen und noch ins Kino. ‚Ein ziemlich bester Freund‘ ist übrigens ein sehr empfehlenswerter Film. Nach dem Kino, holen wir unsere Schlafsäcke und fahren wieder zurück an den Campingplatz, kriechen ohne 5 Lagen in unsere neuen Schlafsäcke. Ein Traum, mal nicht zu frieren. Die erste Nacht in der man das Gefühl hat gut zu schlafen.

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Etappe 6: Vom Rheindelta nach Konstanz

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Etappe 6: Vom Rheindelta nach Konstanz
Konstanz, Germany

Konstanz, Germany


Noch am Vortag: Die Nacht ist nicht gerade ruhig. Eine Gruppe von 5 Schwaben, die ihren Urlaub lieber in Alkohol ertränken, feiern lauthals jedes Glas mit einem Trinkspruch. Untermalt wird das Ganze vom Geschrei eines Kleinkindes und dem tiefgründigen Schnarchen unseres Nacharn im Zelt 30 cm nebenan. Das schwäbische Dummgequatsche geht mir aber am meisten auf die Nerven. Ich atme immerzu tief ein und aus und versuche, mich auf meine Atmung zu konzentrieren und schlafe schließlich ein. Sabine hingegen wacht in der Nacht mehrmals auf. Am Morgen schreit das Kind immer noch. Das Schnarchen hat aufgehört, denn unser südafrikanischer Nachbar baut gerade sein Zelt ab. Die 5 Schwaben haben am frühen Morgen Ramazotti im Glas, sitzen auf Stühlen aufgereiht wie auf einer Hühnerleiter und glotzen den Leuten beim Zusammenräumen zu. Ich rufe Ihnen ’schöner wie Kino, gell?‘ zu, aber diesen Wink mit dem Zaunpfahl verstehen diese besoffenen Dumpfbacken nicht. Also bauen wir unser Zelt diesmal unter Beobachtung von 5 schwäbischen Zuschauern ab und ziehen uns vor ihren neugierigen Augen um. Wir frühstücken im Kiosk vom Camping und fahren weiter. Zunächst ein kleines Stück am Ufer entlang, dann führt der Radweg wieder zurück ins Landesinnere von Österreich, um es schnell über den Altrhein wieder zu verlassen. Der Aufenthalt in Österreich beschränkt sich somit auf einen Tag, damit kann man leben. 🙂 Ein kurzes Stück führt der Weg zwischen den Schallschutzwänden der Autobahn und dem Altrhein vorbei und geht dann wieder zurück ans Ufer des Bodensees. Dort verläuft er dann mal am Ufer, mal an den Bahngleisen entlang, dann wieder durch kleine, schmucke Dörfchen oder über langgezogene Wiesen. Am Hafen in Rohrschach machen wir eine kurze Rast, frischen unsere Kohlehydratespeicher in Form von Bananen auf und radeln weiter nach Romanshorn, wo wir uns an einer Bucht am östlichsten Zipfel, in der Nähe des Hafens niederlassen, um eine längere Pause zu machen. In dem Augenblick, wo wir unseren Picknicksack auspacken, kommt auch schon die Sonne zum Vorschein. Die wärmenden Strahlen saugen wir alle einzeln in uns auf, um für die nächste kalte Nacht gerüstet zu sein. Wir genießen jeden einzelnen Sonnenstrahl. Die restliche Strecke nach Konstanz geht wieder nach dem Prinzip ‚Electra‘ von Starlight-Express. ‚Rusty‘ Geschwindigkeit war eher anfangs angesagt. Sabine bestimmt das Tempo und ich versuche ihr zu folgen. Der Stufe ‚Rusty‘ kann ich ohne Schweißausbrüche mithalten. Auf Stufe ‚Electra‘ muss ich dann doch den ein oder anderen Schweißtropfen auf der Straße liegen lassen, denn dann sind das zwischen 22 und 25 km/h bei vollem Marschgepäck und Gegenwind. Schließlich kommen wir an der Grenze zu Good-Old-Germany an und verheddern uns im Schilderwald. Wir fragen eine Frau an einer roten Ampel nach dem rechten Weg ins Zentrum und werden in ein sehr sympathisches Gespräch verwickelt. Mitten auf dem Radweg bleiben wir stehen. Ständig klingelt es und Leute rufen uns zu, aber das beeidruckt uns nicht. Wir waren so gefesselt von den interessanten Gesprächen, dass wir alles geflissentlich überhören. Nach 20 Minuten wissen wir von ihr, dass ihr Sohn evtl. in Mannheim Musik studieren will, dass Konstanz viele Arbeitsplätze in der Pharmaindustrie verloren hat, dass unser angepeilter Campinplatz nicht so gut sein soll, dass viele Konstanzer in der Schweiz arbeiten, dass sie mit ihrem Mann auf dem Rennrad fast alle Schweizer Alpenpässe gefahren ist, dass ihr Mann einen schweren selbstverschuldeten Unfall mit dem Rad hatte und seinen Fuss zertrümmert hat und die OP mehrere Stunden dauerte. Sie weiß auch was unsere Kinder machen und umgekehrt. Binnen Sekunden hatten wir das Gefühl, wir kennen uns seit Jahren und sind die besten Freunde. Sie zeigt uns dann den Weg ins Zentrum und wir verabschieden uns. Auf dem Münsterplatz essen wir noch Kaffee und Kuchen, bevor wir zum Zeltplatz Bruderhofer fahren. Der Platz liegt nicht auf unserer Route, aber wir wollen hier 2-3 Tage Urlaub machen und Freunde treffen. Sie wohnen in Altrip und haben in Konstanz ihren Zweitwohnsitz und sind zufällig hier um ihren Urlaub zu verbringen. Wir bauen das Zelt im Trockenen auf, aber am Himmel braut sich etwas Unheimliches zusammen. Schließlich bricht eine Gewitterfront über uns herein. Ein Sturm peitscht den Regen auf unser Zelt. Blitz und Donner im ständigen Wechsel. Nach der ersten Gewitterfront ein kurzes Aufatmen, dann kommt aber noch eine zweite Gewitterfront hinterher. Ein mulmiges Gefühl, welches ich gekonnt überspiele, um Sabine die Angst zu nehmen. Nachdem der Regen aufhört, höre ich plötzlich meinen Namen laut rufen. Es ist Dieter. Sie haben sich im Zeltplatz nebenan untergestellt sind aber pitschnass bis auf die Knochen. Wir erzählen eine Weile am Zaun und verabreden uns zum Frühstück. In der Gaststätte vom Zeltplatz, wo Bilder von 1960 an der Wand hängen und sich auch sonst nichts verändert hat, essen wir noch eine Pizza zu zweit und kriechen danach wieder in unser Zelt. Die Nacht war endlich mal warm und ruhig. Ich hatte diesmal nur EINE lange Hose an. Trotzdem wollen wir morgen Schlafsäcke kaufen, die bis mindestens minus 20 Grad gehen. NIE WIEDER wollen wir frieren!

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Etappe 5: Von Buchs zum Rheindelta am Bodensee

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Etappe 5: Von Buchs zum Rheindelta am Bodensee
Rheindelta Fußach, Austria

Rheindelta Fußach, Austria


Heute ist die ‚wärmste‘ Nacht und wir können beide endlich mal gut schlafen. Um 8.20 kommen wir aus den Federn. Als wir aus dem Zelt klettern, sind die beiden Radfahrer, die ihr Zelt auf der anderen Seite der Wiese stehen haben, schon weg. In der Nacht bleibt es trocken aber es hängen dicke dunkle Wolken am Himmel. Mildes Klima ohne Sonne ist perfektes Radlwetter. Nach dem Duschen packen wir unsere 7 Sachen, steigen auf unsere bepackten Velos und ziehen los. Nicht lange, denn schon ein Steinwurf vom Camping entfernt ist schon unser nächstes Ziel. Die kleinste und schönste Stadt der Schweiz. Sie hat 90 Einwohner und heisst Werdenberg. Die Holzbauten stammen noch aus dem Mittelalter und sind noch immer bewohnt. Selbst ein Kindergarten befindet sich im oberen Bereich der Kleinstadt in einem Turm. Ein paradisischer Ort. Am oberen Ende, beim Kindergarten lockt uns ein Wegweiser einen extrem steilen Wanderweg hinauf zum Schloss. Man kann es von hier aus schon sehen. Kurzentschlossen pressen wir in die Pedale, um auf das Schloss zu kommen. Wie das immer so ist, hat man von Burgen und Schlössern die schönste Sicht. So auch hier. Traumhafte Ausblicke auf Buchs und die dahinter liegenden Berge. Der Radelweg Nummer 2 führt von hier aus durch Grabs, Frümsen und Obernet nach Altstätten. Heute gibt es nur kleine Wellen, keine ernsthaften Steigungen. Der schön angelegte Radweg geht heute etwas abseits des Rheins über Felder. Hier und da gibt es Höfe, Schafe, Ziegen, Pferdekoppeln und Kuhwiesen. In der Altstadt von Altstätten machen wir eine ausgiebige Rast und lassen heute ausnahmsweise mal andere für uns kochen und zahlen in harter Währung. Nach der Pause satteln wir alles auf und ziehen weiter. Sabine stellt ihr Bike ausnahmsweise auf die Stufe ‚Tour 3‘ und geht auf einmal ab wie die Post. Ich habe Mühe, ihr im Windschatten hinterher zu kommen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Sogwirkung eines dünnen Herings kaum Windschatten bietet. Plötzlich assoziiere ich die Fahrt mit Starlight Express und fühle mich wie die neue E-Lok ‚Electra‘, obwohl eigentlich Sabine elektrisch unterstützt wird. Lauthals singe ich auch das Lied ‚Starlight Express‘ dazu und Sabine stimmt mit ein. Immerhin hat unser komplettes Gefährt 5 Räder hintereinander und mutet schon ein wenig einem Zug an. Die schöne Landschaft zieht im Nu an uns vorbei. Es ist ein sehr schöner, abwechslungsreicher Weg über Wiesen, Flure und Ackerland. Dann führt die Route an einem kanalartigen Flüsschen namens Rietaach entlang, das später in den Rheintaler Binnenkanal mündet.

In Fußach füllen wir unsere Vorräte bei Nah &amp; Gut auf, bevor wir die letzten 5 Kilometer zum Campingplatz in Angriff nehmen.

Zum ersten Mal liegt uns der Bodensee zu Füßen. Wer nehmen den Dammweg entlang des Naturschutzgebietes ‚Rheindelta‘, dessen Ufer mit Riet bewachsen ist.

Auf den letzten 15 km mussten wir wieder in unsere Regenklamotten steigen, um nicht völlig durchnässt zu sein.

Auf dem Campingplatz ‚Rohrpitz‘ haben wir die Wahl zwischen verschiedenen Tarifen. Ohne den Platz vorher zu sehen, habe ich den ‚Superspartarif‘ gewählt. Am Platz angekommen, sind wir doch sehr erschrocken, denn unser Nachbar hat sein Zelt direkt an die ‚Grenzlinie‘ gestellt, so dass uns genau 30cm Platz bleiben, um unser Zelt daneben zu stellen. Die Zelle ist so klein, dass wir so manchen Hering in die Nachbargrundstücke stecken müssen. Das Gute daran ist, mit 16 Euronen ist es der weitaus günstigste Platz dieser Reise. Man muss halt das Positive sehen. Am nahegelegenen Yachthafen lassen wir uns den Wind um die Nase wehen und geniessen den Blick auf den Bodensee. Bei einem schönen Glas Bier lassen wir den Abend ausklingen.

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van der Voorden PHOTOGRAPHY
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