August 2019

09.08.2019 Radreise Mannheim-Venedig: Von Achensee Camping Schwarzenau nach Hall


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Erkenntnis des Tages: 
Fahre in die Welt hinaus. Sie ist fantastischer als jeder Traum. – Ray Bradbury


Die Nacht ist ruhig, wenn man von unseren beiden Schnarchnasen zur Rechten und Linken mal absieht. Um 6 Uhr sind unsere Nachbarn zur rechten schon hellwach und tun so, als wären sie ganz alleine auf dem Campingplatz. Sie reden laut miteinander, während 9/10 der Camper noch schlafen. Ich rufe: „Wir möchten bitte noch eine Stunde schlafen!“. Es ertönt „Entschuldigung!“ und dann sind sie auch wieder leise. Allerdings wird es mit der Stunde schlafen dann leider doch nix mehr. Also raus aus der Luftmatratze und ab zur Dusche, die ein ganzes Stückweit vom Zelt entfernt ist.

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08.08.2019 Radreise Mannheim-Venedig: Von Lenggries nach Achensee Camping Schwarzenau


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Erkenntnis des Tages: 
Wir seine Hilfe anbietet, wird es nicht bereuen


Das Bauerhaus ist einmalig. Die Gastgeber ist unglaublich bemüht um ihre Gäste. Wir fühlen uns sehr wohl hier. Gut ausgeschlafen geht´s in den Gästeraum. Das Frühstück ist ein Büffet mit allem was der Radlerherz begehrt. Insbesondere Obst, Müsli und Kaffee sind wichtige Bestandteile. Ein 3-Bett-Zimmer für 90 € inkl. Frühstück in einem so beliebten Ort wie Lenggries ist auch wirklich ein Schnäppchen. Ein Top Preis-Leistungsverhältnis. Bestimmt kommen wir hierher nochmal zurück.

Aber nun geht es für uns erstmal weiter gen Süden. Schon hier gibt es wundervolle Motive am Wegesrand.

Der Sylvenstausee ist unser nächstes Zwischenziel an dem wir uns orientieren.

Danach gibt es zwei Varianten. Die Variante 1 ist entlang einer befahrenen Bundesstraße und auch nur 4km lang. Die Variante 2 ist ein Umweg, ist mindestens doppelt so lange und hat es bezüglich Anstiege absolut in sich. Es verspricht aber schöne Ausblicke und eine Strecke ohne motorisierten Verkehr (abgesehen von E-Bike-Fahrer). Viele steile Rampen, die uns an die Grenzen des Möglichen bringen. Hier merkt man, dass man nicht mit einem Carbon-Rad unterwegs ist, sondern ein Rad mit schwerbepackter Last. Sabine lässt die Unterstützung für sich arbeiten, während ich mich im kleinsten Gang des Pinion-Getriebes die steilen Rampen hinauf quäle. Für Eric ist die Untersetzung der Schaltung teilweise nicht klein genug und muss einige Passagen sogar schieben. Belohnt werden wir mit wunderbaren Landschaftsbildern und tollen Ausblicken.

Wir keuchen gerade eine steile Passage hinauf und eine fröhliche 60-jährige Frau überholt uns mit ihrem Mountain-E-Bike und fragt uns wo es hin geht. Wir antworten nach Venedig. Die Verwunderung war ihr deutlich anzumerken. Kurze Zeit später sehen wir die selbe Frau ihr Mountain-E-Bike schieben. Ich sehe, dass der vordere Reifen platt ist. Wir halten an und bieten unsere Hilfe an. Wir haben zwar keinen Ersatzschlauch in der Größe, aber dafür Flickzeug. Die Frau stellt sich mit Rosi vor und ist überglücklich, dass wir ihr helfen. Während wir den Reifen flicken, unterhalten wir uns über unser Vorhaben und davon, dass wir am Achensee campen wollen. Der Zufall will es, und sie sind auch gerade dort in Urlaub. Als Dank für unsere Schützenhilfe möchte Sie uns unbedingt auf einen Kaffee und einen selbst gemachten Marillen-Kuchen einladen, oder ein Bier, oder Wein, oder einfach alles. Rosi war ganz außer sich und lebendig wie ein Duracell-Hase. Überschwängliche und wahre Freude. Eine wahrhaftig tolle Begegnung.

Pannendienst für Rosi

Das Loch im Schlauch war nicht ganz einfach zu finden. Im Laufe der Zeit kommen immer mehr Wanderer dazu. Rosi erzählte ihnen alles über uns. Das wir extra aus Mannheim kommen um ihr den Reifen zu flicken. 🙂 Ruckzuck waren wieder viele Leute um uns herum, die es nicht glauben wollen was wir tun.

Für uns ist das mittlerweile normal, dass wir für verrückt erklärt werden. Es ist offenbar doch ein Unterschied für unsere Mitmenschen, ob man mit einem leichten Rennrad, oder mit schwerem Gepäck über die Alpen fährt. Ist es vielleicht auch.

Ich weiß nicht, wie oft wir unsere Geschichte schon erzählt haben, aber es sorgt komischerweise immer wieder für großen Respekt und Bewunderung.

Nach einer Rast an einem einsamen Bachbett erreichen wir auch schon die österreichischen Grenze.

Grenze zu Österreich

Das was auf der Karte wie ein kleiner Peak aussieht ist jedoch nochmal eine elendige Kletterpartie. Von diesen Abschnitten gibt es leider keine Fotos, denn ein Aufsteigen auf das Rad ist bei den steilen Stücken kaum mehr möglich. Wenn man mal in Schwung ist, sollte man es auch bleiben, denn schieben macht mit dem schweren Gepäck auch nicht sonderlich viel Spaß. Leider hat sich das Handy unbemerkt für große Strecke abgeschaltet, sodass die Routenauszeichnung das erste mal nicht geklappt hat. Schade eigentlich, denn ich hätte schon gerne gewusst wieviele Höhenmeter wir heute geklommen sind.

Nach dem letzten Peak kommen wir nach Achenkirch, wo wir Proviant für den Abend einkaufen. Auf dem Weg dorthin gibt es aber noch viele tolle Fotomotive.

Weiter geht die Fahrt am Achensee entlang, wo es dann wieder gemächlich zugeht. Der Campingplatz ist ungefähr auf der Hälfte der Seestrecke. Auch der Ausblick ist ein absoluter Traum.

Als wir am Campingplatz ankommen wird uns an der Rezeption mitgeteilt, dass er völlig ausgebucht wäre. Glücklicherweise sehen wir aber alle drei ziemlich mitgenommen aus. Das bemerkt wohl auch die Dame an der Rezeption. Nach reichlicher Überlegung bemüht sich die Dame noch hinaus ins Freie um ein Plätzchen für uns zu finden. Und: Tataaaaaa … WIR HABEN EINEN PLATZ!

Wir treffen auch tatsächlich Rosi wieder. Wir dürfen unsere Akkus und Geräte in ihrem gemieteten Wohnwagen aufladen und sie bringt mir eine Flasche Bier und für uns je ein Stück herrlichen Marillenkuchen und plaudern mit Rosi und Ihrem Mann Toni noch eine ganze Weile am Ufer des Sees auf einer Bank. Später erzählt Rosi, dass sie in ihrer Werkzeugtasche unter dem Sattel einen Reserveschlauch hatte. Da sie aber das Rad ihres Mannes Toni ausgeliehen hatte, wusste sie das nicht. Egal, der Flicken hält ja auch. Und auf diese Weise wurde es ein lustige Angelegenheit mit vielen Zuschauern. Daneben sitzen noch Alexander und Jule im Gras, die auch sehr interessiert an unserm Vorhaben sind. Sie machen hier Urlaub im Wohnwagen und bieten mir an, ihr Stand-Up-Paddeling-Board auszuprobieren. Aber es ist doch um einiges schwerer als ich mir vorgestellt habe. Zum Stand-Up ist es bei mir in der kurzen Zeit leider nicht gereicht, aber eine schöne Erfahrung ist es schon auf dem See zu paddeln.

Mehr Sit-Up als Stand-Up-Paddeling-Versuch. Foto: Alexander

Vielen Dank an Euch – Rosi, Toni, Alexander und Jule. Wir wünschen Euch weiterhin noch einen wunderschönen Urlaub!

So geht wieder ein wundervoller, erlebnisreicher Tag zu Ende!

Achensee Camping Schwarzenau


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07.08.2019 Radreise Mannheim-Venedig: Von Wolfratshausen nach Lenggries


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Erkenntnis des Tages: 
Wegen Unwetterwarnung frühzeitig abgebrochen


Ganz entgegen unseren Erwartungen ist es um 23:00 Uhr plötzlich muchsmäuschenstill. Die Nacht im Zelt war sehr erholsam und ruhig, so dass wir schon um 6:45 Uhr ausgeschlafen sind. Die Wettervorhersagen liegen gnadenlos falsch, denn es wurde uns eine regenreiche Nacht versprochen. Möglicherweise haben wir aber so fest gepennt, dass wir davon nichts mitbekommen haben. Aber normalerweise wacht man beim Einsetzen von Regen immer mal kurz auf. Eric hat sich gestern Abend noch mit Jakob auf dem Campingplatz unterhalten, den wir von hier aus herzlich grüßen wollen.

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06.08.2019 Radreise Mannheim-Venedig: Von Achering nach Wolfratshausen


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Erkenntnis des Tages: 
Fast unbemerkt 720 Höhenmeter gemacht


Wir haben uns schon gewundert warum die Zimmer ein paar Kilometer außerhalb von München so preiswert sind. Es liegt sicher nicht am mangelndem Ambiente, das ist wirklich perfekt durchgestylt und sehr gemütlich hier. Es sind vermutlich die Flugzeuge, die im Minutentakt über das Hausdach fliegen und zum Landeanflug ansetzen. Die Zimmer sind auch absolut in Ordnung. Wir fühlen uns sehr wohl hier. Den Fluglärm hört man nicht mehr sobald wir die Fenster schließen, Es ist aber ausreichend Sauerstoff im geräumigen Zimmer, so dass es auch mal bei geschlossenem Fenster auszuhalten ist. Was uns jedoch sehr wundert, dass es hier einen Verein für Krieger und Soldaten gibt (Siehe Foto).

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05.08.2019 Radreise Mannheim-Venedig: Von Siegenburg nach Achering


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Erkenntnis des Tages: 
500 km Marke überschritten. 620 km liegen noch vor uns


Die Nacht ist heute sehr erholsam. Es ist ruhig und ein richtiges Bett hat auch etwas. Gut, die Luft ist im Zelt besser. Aber der Komfort überwiegt. Man lernt ein einfaches Bett und ein Kissen auf einmal wirklich zu schätzen.

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04.08.2019 Radreise Mannheim-Venedig: Von Kehlheim-Herrnsaal nach Siegenburg


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Erkenntnis des Tages: 
Der leichte Weg ist auch der richtige Weg (Bruce Lee)


Die Nacht ist alles andere als ruhig. Techno-Musik dröhnt über den Campingplatz bis in die frühen Morgenstunden. Verzweifelt suche ich nach meinen Ohrenstöpseln, Stunde um Stunde. Man ist hin und hergerissen zwischen Einschlafversuchen und Suchaktionen. Schließlich finde ich sie doch. Um 2 Uhr morgens. Endlich gedämpfte Ruhe. Am Morgen erzählt uns die Campingplatz-Vermieterin, dass sich am Wochenende wohl die Dorfjugend unten an der Donau trifft und ihre wöchentliche Party macht. Unser netter Zeltnachbar, der von Leipzig hierher gefahren ist, hatte ein ähnliches Problem, aber eine tolle Einstellung: „Haben wir doch früher auch gemacht. Zwar mit anderer Musik, aber dennoch. Warum sollten wir uns daran stören, wenn wir zufällig in Ihrem Ort Urlaub machen!“

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03.08.2019 Radreise Mannheim-Venedig: Von Kratzmühle nach Kehlheim-Herrnsaal


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Erkenntnis des Tages: 
Altmühltal komplett durchgefahren


Das Frühstück holen wir uns im Supermarkt des Campingplatzes. Wir gönnen uns ein schweres Glas Nutella, welches wir ab jetzt mühevoll mitschleppen müssen. Den Kaffee ziehen wir uns aus dem Automaten. Beim Einräumen der Gegenstände fehlt uns der Helm von Eric. Wir suchen überall, aber er ist nirgendwo aufzufinden. Also fahren wir ohne los. Sobald ein Radgeschäft kommt, müssen wir für Ersatz sorgen.

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02.08.2019 Radreise Mannheim-Venedig: Von Dollnstein nach Kratzmühle


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Erkenntnis des Tages: 
Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben


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Nachtrag zum gestrigen Tag:
Ein Vater spielt mit seinem Sohn, mit einem riesigen Segelflieger mit ca. 1 Meter Spannweite. Sie werfen sich das Riesengeschoss von Flieger immer gegenseitig zu und versuchen eins nach dem anderen den Weitwurf-Segelflieg-Rekord zu überbieten. Der Vater (der auch sein Opa sein könnte) wirft in unsere Richtung und der Sohn in die Entgegengesetzte. Der Sohnemann trifft dabei hin und wieder das Zelt der Nachbarn und der Vater genauso oft unser Zelt. Wir sagen nichts, aber es erinnert uns sehr an das wunderbar lustige Lied learning by burning von Stoppok über Eltern, die ihre Kinder extrem antiautoritär erziehen.

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01.08.2019 Radreise Mannheim-Venedig: Von Gunzenhausen nach Dollnstein


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Erkenntnis des Tages: 
Reisen ist der schönste Weg Geld auszugeben und trotzdem reicher zu werden


Um 7:30 Uhr sind wir ausgeschlafen und die Sonne fackelt uns aus dem Zelt. Eric schmort noch eine halbe Stunde länger in der Sonne. Das Ritual ist schon eingespielt. Luft aus der NeoAir Luftmatratze rauslassen, während man noch darauf liegt und später falten, einrollen und im Beutel verstauen. Schlafsack in den Beutel stopfen. Alle Sachen aus dem Zelt räumen und in die Satteltaschen verstauen, bis auf Elektrogeräte mit Akku. Das kommt immer zum Schluss rein. Dann noch die Wasserflaschen auffüllen und Komoot starten wegen der GPS-Aufzeichnung, was heute leider wieder nur einen Teil der Route aufgezeichnet hat. Seit gestern haben wir wieder lecker riechende, saubere und trockene Klamotten. Einzig das Zelt schafft es nicht ganz abzutrocknen. Solange man es aber am Abend wieder aufbaut ist das halb so schlimm. Dann trocknet es eben etwas später.

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